Stand: 31.03.2020 19:48 Uhr

Krankenhäuser verlegen Patienten in Reha-Kliniken

Klinikpersonal in einem Krankenhaus, durch einen Spiegel fotografiert. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch
In Niedersachsen sollen rund 2.000 Krankenhaus-Patienten mit leichteren Erkrankungen in Reha-Einrichtungen verlegt werden, um Platz für Corona-Erkrankte zu schaffen. (Themenbild)

Am Montag ist das Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz des Bundes in Kraft getreten. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann hat auf der Grundlage dieser Bestimmung reagiert und angeordnet, dass 22 niedersächsische Reha-Einrichtungen umgehend Patienten aus Krankenhäusern übernehmen sollen. Dadurch würden Kapazitäten von rund 2.000 Klinik-Betten für Corona-Erkrankte frei. Bei den zu verlegenden Patienten handele es sich um leichtere stationäre Fälle. "Angesichts der weiterhin steigenden Infektionszahlen ist es zwingend erforderlich, unsere Krankenhäuser auf eine stark steigende Anzahl an behandlungspflichtigen Covid-19-Patienten vorzubereiten", sagte Reimann. Dieser Schritt helfe, "die kommenden Herausforderungen zu bewältigen".

Das sind die Reha-Einrichtungen

  • Bad Bevensen - Herz-Kreislauf-Klinik Bevensen - Diana Klinik
  • Bad Essen - Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen
  • Bad Fallingbostel - Klinik Fallingbostel
  • Bad Harzburg - Barbarossa Klinik Bad Harzburg
  • Bad Lauterberg - Kirchberg-Klinik
  • Bad Nenndorf - Landgrafen-Klinik
  • Bad Pyrmont - Rehasan Fachklinik Weserland, - m&i – Fachklinik Bad Pyrmont - Klinik DER FÜRSTENHOF
  • Bad Rothenfelde - Schüchtermann Schillersche Klinik Bad Rothenfelde - Klinik Teutoburger Wald
  • Braunschweig - Städtisches Klinikum Braunschweig
  • Coppenbrügge - Krankenhaus Lindenbrunn
  • Göttingen - Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende
  • Jesteburg - Waldklinik Jesteburg
  • Lingen - MediClin Hedon Klinik
  • Oldenburg - Rehabilitationszentrum Oldenburg GmbH
  • Seesen - Asklepios Kliniken Schildautal
  • Soltau - MediClin Klinikum Soltau
  • Vechta - Reha-Klinik für Geriatrie
  • Wilhelmshaven - MEDIAN Klinik Wilhelmshaven

Niedersachsen: Aufnahmestopp für Pflegeheime verhängt

Gleichzeitig hat Reimann eine zweite weitreichende Entscheidung getroffen. Aufgrund zahlreicher Toter in einem Pflegeheim in Wolfsburg und Dutzender Corona-Infektionen in einer Seniorenresidenz in Wildeshausen hat Niedersachsens Gesundheitsministerin einen Aufnahmestopp für Pflegeeinrichtungen verfügt. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus in Pflegeeinrichtungen so weit es geht aufgehalten werden. Die SPD-Politikerin appellierte zudem nochmals an alle, auf Besuche älterer Angehöriger zu verzichten. "Bitte besuchen Sie Ihre Lieben nicht. Damit schützen Sie nicht nur Ihre eigene Mutter oder Ihren eigenen Vater, sondern alle." Es gebe viele Hinweise, dass die Besuchsverbote für Alten- und Pflegeheime nicht beachtet worden seien.

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Wegen mehrerer Corona-Infektionen von Mitarbeitern hat das Klinikum Wolfsburg bereits einen Aufnahmestopp verhängt. Auf diese Weise solle gewährleistet werden, dass pro Zimmer nur noch ein Patient untergebracht werden kann. Lediglich der Kreißsaal und die Notaufnahme für Kinder bleiben geöffnet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.03.2020 | 16:00 Uhr

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