Stand: 18.10.2017 11:11 Uhr

Koalitionsfrage: Die frommen Wünsche der Verbände

Während sich viele in der Landespolitik auf langwierige Koalitionsverhandlungen einstellen, fordern die Berufsverbände in Niedersachsen eine schnelle Regierungsbildung. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben. Nur welche Koalition das Land regieren soll, darüber herrschen unterschiedliche Ansichten. Festlegen wollte sich nur der Philologenverband: Er sprach sich für ein Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen aus.

Schnittmengen mit CDU und FPD

"Mit CDU und FDP haben wir definitiv die meisten Schnittmengen", sagte Niedersachsens Verbandschef Horst Audritz. "Besonders wichtig ist uns der Erhalt von leistungsfähigen Gymnasien mit Noten und von Förderschulen." Die Bildungsgewerkschaft GEW benannte keine Wunschregierung. Chefin Laura Poth sagte: "Wichtig ist uns einfach, dass es keine Pause bei der Inklusion gibt und Lehrer besser bezahlt werden." Die Forderung nach einer "Atempause" bei der Inklusion hatte CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann im Wahlkampf erhoben. Eine von der CDU angedachte neue Studie zur Belastung von Lehrern hält Pooth für eine "gefährliche Zeitschinderei".

Polizeigewerkschaft: Lieber GroKo als Rot-Grün

Die Deutsche Polizeigewerkschaft zieht eine Große Koalition zumindest der bisherigen rot-grünen Regierung vor. "Für uns wäre eine Zusammenarbeit mit Innenminister Pistorius (SPD) unter einer GroKo einfacher als unter einer Regierung mit SPD und Grünen, da SPD und CDU mehr Schnittmengen bei der inneren Sicherheit haben", sagte der Vorsitzende Alexander Zimbehl. Auch der Bauernverband bedauert das Ende von Rot-Grün nicht. Viele Bauern hätten sich von der Regierung diffamiert gefühlt, so Werner Hilse, Präsident des Landvolks. "Wir wünschen uns eine Rückbesinnung auf gegenseitige Achtung und Respekt vor anderen Meinungen", sagte er.

NiedersachsenMetall: Kritik an Ampel-Absage

Der Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall hatte zuvor bereits Kritik an der FDP geübt. Die Weigerung, für eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen zur Verfügung zu stehen, sei "koalitionspolitische Ausschließeritis". "Auch die FDP sollte sich ihrer staatspolitischen Verantwortung nach diesem Wahlergebnis bewusst sein", sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt. Ganz anders sehen das die Unternehmerverbände Niedersachsen. Der Hauptgeschäftsführer Volker Müller hält die Weigerung für "konsequent". Beim dringend benötigten Autobahnausbau seien die Grünen ein Hemmschuh.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.10.2017 | 08:00 Uhr

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