Stand: 12.09.2019 15:40 Uhr

Kinder im Auto: Land fordert Rauchverbot

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Im Auto ist die Konzentration der Schadstoffe aus dem Zigarettenqualm besonders hoch. (Themenbild)

Experten gehen davon aus, dass jedes Jahr in Deutschland mehr als 3.300 Menschen durch Passivrauchen sterben. Bundesweit ist knapp jedes fünfte Kind regelmäßig Zigarettenrauch ausgesetzt. Weil im Auto die Konzentration der Schadstoffe besonders hoch ist, wollen Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen das Rauchen im Auto künftig unter Strafe stellen, wenn Minderjährige oder Schwangere mitfahren. Die niedersächsische Landesregierung unterstützt die entsprechende Initiative, die das Nachbarland in den Bundesrat einbringen will. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Vorgesehen ist demnach, Verstöße mit einer Geldstrafe zwischen 500 und 3.000 Euro zu ahnden.

Eine Hand hält eine Zigarette aus einem Autofenster raus.

Kinder im Auto: Land fordert Rauchverbot

Hallo Niedersachsen -

Niedersachsen fordert ein Rauchverbot im Auto, wenn Minderjährige oder Schwangere mitfahren. Bei Verstößen sollen Strafen bis zu 3.000 Euro drohen.

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Reimann: "Einige betrachten das als Körperverletzung"

Dass Passivrauchen schädlich ist, wisse inzwischen ein Großteil der Bevölkerung, sagte Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) am Dienstag. Einige betrachteten Rauchen im Auto gar als Körperverletzung gegenüber Kindern, weil diese sich dem Rauch nicht entziehen könnten. In jedem Fall handele es sich um eine "massive Belastung, die auch ganz klar belegt zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt". Der Bund solle im Nichtraucherschutzgesetz dafür sorgen, dass mitfahrende Kinder geschützt werden, so Reimann weiter. "Sie dürfen nicht zu Passivrauchern werden."

Garg: "Über 70 toxische Stoffe im Zigarettenrauch"

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) nannte es "unerträglich", dass es immer noch Menschen gibt, die im Auto rauchen, während ein Kind oder eine Schwangere mitfahren. "Im Zigarettenrauch sind über 70 toxische Stoffe enthalten, und gerade Kleinkinder werden massiv durch diesen Passivrauch geschädigt", sagte Garg dem NDR. Sie nähmen diese Stoffe unmittelbar auf und entwickelten schwerste Krankheiten.

Andere Länder als Vorreiter

Die Gesundheitsminister der Länder hatten bereits im vergangenen Jahr ein Rauchverbot im Auto vorgeschlagen, wenn Minderjährige mitfahren. Das Bundesgesundheitsministerium hatte darauf jedoch nicht reagiert. Reimann geht davon aus, dass der Druck jetzt wächst und der neue Vorstoß erfolgreich sein wird. In einigen europäischen Ländern wie Österreich, Italien und Frankreich gibt es bereits ein solches Rauchverbot.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.09.2019 | 08:00 Uhr

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