Stand: 14.02.2018 20:41 Uhr

Feiertagsdebatte: Andretta plädiert für Frauentag

Anfang Februar hatten sich die Regierungschefs von Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein eigentlich geeinigt: Der 31. Oktober, der Reformationstag, soll künftig neuer gesetzlicher Feiertag im Norden werden. Auch Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, hatte sich für diesen Termin ausgesprochen. Doch nun kommt ausgerechnet aus Weils Partei ein Alternativvorschlag: Landtagspräsidentin Gabriele Andretta bringt den 8. März ins Spiel - den Internationalen Frauentag.

"Werde mich einsetzen"

"Dafür werde ich werben und dafür werde ich mich einsetzen", sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Hannover. Den Ausgang der aktuellen Debatte sehe sie noch sehr offen, so Andretta weiter, auch wenn der Reformationstag derzeit vorne liege. Ihr sei es aber eine besondere Herzensangelegenheit, die gesellschaftliche Rolle von Frauen zu stärken - vor allem, da vor genau 100 Jahren das Frauenwahlrecht eingeführt worden sei.

Nicht noch ein kirchlicher Feiertag?

Ein weiterer Vorschlag für den Feiertagstermin kommt unterdessen vom niedersächsischen Landesverband des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD). "Der HVD Niedersachsen schlägt den 10. Dezember - den internationalen Tag der Menschenrechte - als neuen niedersächsischen Feiertag vor", heißt es auf der Internetseite des HVD. Dort ist bereits eine Onlinepetition gestartet worden. Der Verband begründet seinen Schritt damit, dass ein weiterer kirchlicher Feiertag nicht der gesellschaftlichen Vielfalt im Land entspreche.

Drei Termine stehen im Raum

Nach Angaben des statistischen Landesamtes seien 2,2 Millionen Bürger (31,1 Prozent) nicht Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche. "Ein Drittel der niedersächsischen Bevölkerung würde bei einem weiteren religiösen Feiertag folglich nicht berücksichtigt", heißt es vom HVD weiter. Damit stehen jetzt also drei Termine im Raum. Die jüdischen Gemeinden sowie die katholischen Bistümer hatten sich bereits zuvor gegen den Reformationstag ausgesprochen.

Ministerpräsident Weil hatte im Februar erklärt, die Terminfrage solle möglichst bis zum Sommer abgeschlossen sein.

Weitere Informationen

Länderchefs: Neuer Feiertag am 31. Oktober

Die Regierungschefs von Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein haben sich für einen zusätzlichen Feiertag am 31. Oktober ausgesprochen. Die Länder-Parlamente müssen noch zustimmen. (01.02.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.02.2018 | 14:00 Uhr

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