Stand: 27.02.2019 07:54 Uhr

Ernte 2019: Landwirte hoffen auf mehr Regen

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Seit dem 1. Februar dürfen Landwirte wieder Gülle auf ihre Acker- und Grünlandflächen ausbringen.

Landwirte in Niedersachsen spüren weiter die Folgen des Dürrejahres 2018 - doch zumindest die Herbstbestellung sorgt beim Landvolk für verhaltenen Optimismus. Mit der Entwicklung des Wintergetreides sei man bislang zufrieden, sagte Werner Bosse, Getreidereferent beim Landvolk Niedersachsen. Es gebe aber weiter ein deutliches Defizit in Sachen Niederschläge, dass die Landwirtschaft aus dem Vorjahr mit sich schleppe, so der Sprecher gegenüber NDR.de.

Keine erfrorenen Pflanzen

Ab einer Tiefe von 50 Zentimetern seien die Böden in vielen Regionen komplett trocken, so Bosse. Bei Winterweizen, -gerste und Co. wirke sich diese aber nicht aus - da diese nur in den oberen Schichten wurzeln. Die Wetterbedingungen hätten für die Saat mitgespielt, landesweit habe es keine Rückmeldungen über erfrorene Pflanzen gegeben, so Bosse. Zudem seien die Böden bei der Aussaat im Herbst gut zu bearbeiten und befahren gewesen, so Bosse.

Ernteausfälle noch möglich

Gleichwohl dürfe man nicht zu optimistisch seien: Zum einen könne auftretender starker Frost weiterhin zu Ernteausfällen führen, so der Sprecher. Zum anderen hänge die weitere Entwicklung der nur in den oberen Schichten wurzelnden Pflanzen auch von regelmäßigen Niederschlägen ab - und daran habe es zuletzt im Februar gemangelt.

Mehr Winterweizen, weniger Raps

Am beliebtesten sei nach wie vor der Winterweizen: Mit einer Anbaufläche von rund 400.000 Hektar sei dieser wieder - nach dem Rückgang im vergangenen Jahr - auf etwa das Niveau der Vorjahre angestiegen. Rückläufig ist weiter der Rapsanbau: Dieser ist laut Landvolk von etwa 100.000 auf etwa 75.000 Hektar gesunken. Die Gründe seien unterschiedlich. Neben einer abgesunkenen Wirtschaftlichkeit sei dies auch eine Folge der Trockenheit. Die Aussaatbedingungen für Raps seien schlecht gewesen, so der Landvolk-Sprecher. Zudem wurzele der Winterraps tiefer und sei daher von der in tieferen Schichten weiterhin vorhandenen Trockenheit betroffen.

Folgen für Kartoffeln und Rüben

Perspektivisch könne dies auch Folgen für den Anbau von Kartoffeln und Rüben haben, so Bosse. Für eine generelle Einschätzung sei es noch viel zu früh, die Arbeiten auf den Feldern würden ja auch derzeit erst anlaufen. Der verbreitete Wunsch der Bauern nach einem niederschlagsreichem Frühjahr gelte in diesem Jahr aber noch stärker, so Bosse.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.02.2019 | 15:00 Uhr

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