Stand: 18.07.2020 12:30 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Corona und die Kirchen: Millionen-Loch befürchtet

Die Corona-Krise wirkt sich nicht nur auf die Wirtschaft im Land aus - auch die Kirchen befürchten massive Einnahmeverluste wegen des Virus. Eine Mehrheit der Landeskirchen und Bistümer rechnet mit Einnahmeverlusten bei der Kirchensteuer von mindestens zehn Prozent. Das zeigt eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes unter den 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern. Grund für den Rückgang der Kirchensteuer ist vor allem die vermehrte Kurzarbeit durch die Corona-Pandemie. Auf das sogenannte Kurzarbeitergeld wird keine Kirchensteuer erhoben.

Landeskirche Hannover rechnet mit Einbußen in Höhe von 90 Millionen Euro

Die größte evangelische Landeskirche mit Sitz in Hannover erwartet, dass allein im Jahr 2020 am Ende bis zu 90 Millionen Euro in der Kasse fehlen könnten. Das entspricht etwa 15 Prozent des Kirchensteueraufkommens von 2019. Die rheinische und die bayerische Landeskirche sowie die Nordkirche rechnen mit Einnahmerückgängen um etwa zwölf Prozent. In Württemberg geht man von einer Finanzierungslücke von etwa 16 Prozent aus, einem Wert von etwa 140 Millionen Euro. Die westfälische Kirche nennt, gemäß einer Schätzung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), einen Korridor zwischen 10 und 25 Prozent.

Schlimmer als die Finanzkrise?

Bei den katholischen Bistümern gibt man sich etwas zurückhaltender. 24 Bistümer meldeten, dass sie mit "spürbaren Einschnitten" rechnen. So teilte die größte katholische Diözese, das Erzbistum Köln, mit, dass man mit einem Rückgang der Kirchensteuer für das laufende Wirtschaftsjahr von bis zu zehn Prozent rechne. Das entspreche einem Fehlbetrag von 50 Millionen Euro. Im Bistum Trier rechnet man ebenfalls mit einem Rückgang um 10 Prozent, im Bistum Mainz sogar um 20 Prozent. Dort könnten nach derzeitigen Rechnungen 45 bis 50 Millionen Euro in der Kasse fehlen - im Bistum Freiburg zwischen 23 und 63 Millionen Euro. Das Bistum Essen teilte mit, dass der Einbruch bei der Kirchensteuer schlimmer ausfallen könnte als während der Finanzkrise 2008.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.07.2020 | 12:00 Uhr

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