Ein Mann sitzt mit Headset vor einem Computerbildschirm (beschäftigt mit Kontaktnachverfolgung). © picture alliance/Marijan Murat/dpa Foto: Marijan Murat/dpa

Corona: Landkreise mit Kontaktnachverfolgung überfordert

Stand: 12.11.2021 15:53 Uhr

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen stoßen mehrere Landkreise bei der Kontaktnachverfolgung an ihre Grenzen. Der Landkreis und die Stadt Osnabrück haben bereits Überlastungsanzeige gestellt.

Der Osnabrücker Gesundheitsdienst konzentriert sich bei der Kontaktnachverfolgung nun auf die Bereiche Pflege, Schule und Kita. Mit der Überlastungsanzeige beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt wollen die Verantwortlichen auf die laut Landkreis "besorgniserregende Entwicklung" aufmerksam machen. Aktuell werden den Angaben zufolge in der Region Osnabrück täglich bis zu 170 neue Corona-Infektionen gemeldet.

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Kontaktnachverfolgung kaum noch möglich

Erschwerend komme hinzu, dass die Betroffenen durch die Lockerungen der Corona-Maßnahmen in vielen Fällen zahlreiche Kontaktpersonen hatten. "Die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger liegt uns am Herzen. Aber in der derzeitigen Situation können wir die Kontaktnachverfolgung nicht mehr umfassend ermöglichen", sagte Landrätin Anna Kebschull (Grüne). Zudem sei ein größerer Teil der ermittelten Kontaktpersonen bereits geimpft und somit auch nicht von einer Quarantäne betroffen.

Appell an Bürger im Landkreis Emsland

Der Landkreis Emsland bittet bei der Kontaktnachverfolgung nun sogar die Bürgerinnen und Bürger um ihre Mitarbeit: Infizierte sollen laut Kreis ihre Kontaktpersonen selbst benachrichtigen. Die Kontaktnachverfolgung sei für das Gesundheitsamt wegen der hohen Zahl der Fälle nicht mehr zu leisten, heißt es. Man setze hier auf die Eigenverantwortlichkeit der Menschen. Ohne das Vertrauen darauf sei die Situation in der Pandemie ohnehin nicht zu bewältigen, sagte Landrat Marc-André Burgdorf (CDU).

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 12.11.2021 | 15:00 Uhr

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