Ein Fläschchen mit Corona-Impfstoff. © Colourbox

Corona: Landesregierung will vierte Impfung auch für Jüngere

Stand: 15.07.2022 18:58 Uhr

Auch unter 60-Jährige sollten sich möglichst bald ein viertes Mal gegen Corona impfen lassen - das fordert Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Niedersachsens Landesregierung begrüßt dies.

Eine Sprecherin von Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) betonte, es wäre wichtig, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) die Auffrischung demnächst auch für jüngere Altersgruppen empfiehlt. Der Impfstoff sei da, die Impfung schütze nachhaltig, so die Sprecherin. Gesundheitsministerin Behrens sei dafür, in einem ersten Schritt die vierte Impfung ab 60 zu ermöglichen. Dafür hatte sich kürzlich auch die EU ausgesprochen.

Lauterbach: "Wer den Sommer genießen will, dem würde ich die Impfung empfehlen."

Bundesgesundheitsminister Lauterbach hatte angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen eine zweite Auffrischungs-Impfung auch für unter 60-Jährige empfohlen. "Wenn jemand den Sommer genießen will und kein Risiko eingehen will zu erkranken, dann würde ich in Absprache natürlich mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen", sagte Lauterbach dem "Spiegel". Zurzeit empfiehlt die Stiko die vierte Spritze nur für Menschen über 70 Jahre - sowie für Risikopatienten, Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Beschäftigte in Pflege und Medizin.

Die KVN kritisiert widersprüchliche Empfehlungen - und Lauterbach

Kritik kommt von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch wies am Freitag darauf hin, dass Gesundheitsinstitutionen wie die Stiko und Gesundheitsminister Lauterbach die vierte Corona-Impfung jeweils für unterschiedliche Personengruppen empfohlen haben. Eine klare Corona-Impfstrategie sei aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen dringend nötig, so Barjenbruch. Widersprüchliche Empfehlungen sorgten für Unverständnis. Dass Lauterbach für weitere Fragen auf den zuständigen Hausarzt verweise, ärgere ihn, sagte Barjenbruch. "Dafür müssen die Hausärzte erst einmal wissen, wie denn die nationale Impfstrategie für den Herbst aussehen wird. Wir müssen wissen: Wird es einen angepassten Impfstoff geben? In welchen Mengen wird es ihn geben? Wann wird er verfügbar sein?".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.07.2022 | 12:00 Uhr

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