Stand: 30.07.2020 06:30 Uhr

Corona: Handelsverband befürchtet Pleitewelle

Ein Schild mit dem Wort "geschlossen" hängt hinter einer Glastür. © photocase Foto: axelbueckert
Die Corona-Krise könnte zur Verödung etlicher Einkaufsstraßen führen, fürchtet der HNB (Themenbild).

Durch die anhaltende Corona-Krise droht in vielen Innenstädten des Landes eine Pleitewelle. Das befürchtet der Handelsverband Niedersachsen-Bremen (HNB), wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Viele Geschäfte überleben aktuell nur mit staatlichen Hilfen, sagte HNB-Geschäftsführer Mark Alexander Krack. Wenn diese Unterstützung auslaufe, könne es für sie schwer werden. Das betreffe kleinere, inhabergeführte Läden genauso wie große Ketten, so Krack.

Videos
Eine ältere Dame stöbert in einem Bekleidungsgeschäft.
2 Min

Corona: Schwierige Zeiten für den Einzelhandel

Die Geschäfte bekommen zwar langsam wieder mehr Zulauf, doch die Corona-Krise hat die Einkaufsverhalten der Menschen verändert - das merkt auch der Einzelhandel in Aurich. 2 Min

HNB: Modegeschäfte besonders bedroht

Aktuelle Zahlen, wie viele Geschäfte bereits aufgeben mussten, gibt es laut HNB nicht. Krack zufolge sind Läden in der Modebranche besonders gefährdet, insolvent zu werden. Sie hätten Probleme, weil ihr Sortiment saisonabhängig sei. Georg Berensen, Geschäftsführer des Handelverbands Nordwest (HNW), erwartet, dass viele Einzelhändler Mitarbeiter entlassen, bevor sie Insolvenz anmelden. Er bleibe aber optimistisch: In einigen Städten, darunter Oldenburg, würden Stadt, Vermieter und Händler gut zusammenarbeiten, um Ladenbetreiber zu entlasten.

Unruhe wegen angekündigter Karstadt-Schließungen

Zuvor hatte bereits der Handelsverband Deutschland (HDE) gewarnt, dass die Corona-Krise bundesweit das Aus für rund 50.000 Geschäfte bedeuten könnte. Für Unruhe in vielen Kommunen sorgen zudem die Schließungspläne des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof (GKK).

Weitere Informationen
Eine Kundin schaut vor einem Bekleidungsgeschäft in Ludwigslust nach Schuhen. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner/

Niedersachsen erleichtert verkaufsoffene Sonntage

Um den Einzelhandel in Niedersachsen anzukurbeln, haben sich Land, Kirchen und Verbände auf eine Lockerung bei verkaufsoffenen Sonntagen geeinigt. Jede Kommune darf vier Termine anbieten. mehr

Das Karstadt-Logo an einer Filiale vor blauem Himmel. © dpa - picture alliance Foto: Bildagentur-online/Ohde

Karstadt in Goslar soll doch erhalten bleiben

Das Aus war beschlossen - nun die Wende: Die Karstadt-Filiale in Goslar soll erhalten bleiben, weil die Vermieter dem Konzern entgegenkommen. Sigmar Gabriel soll vermittelt haben. mehr

Geldstücke liegen auf einem Kassenbon, auf dem die Mehrwertsteuer zu sehen ist. © dpa Foto: Andrea Warnecke

Senkung der Mehrwertsteuer: Was bringt's?

Weniger Mehrwertsteuer ab Juli: Das soll die Wirtschaft ankurbeln. Erst einmal sorgt der Plan jedoch für viele Fragen bei Betrieben. Die Kunden werden zudem häufig nicht profitieren. mehr

Eine Frau mit Brille und Atemschutzmaske

Betriebe geraten trotz Corona-Hilfen in Existenznot

Mit Zuschüssen und Krediten in Milliardenhöhe wollen Land und Bund Unternehmen und Selbstständige in der Corona-Krise vor dem Ruin bewahren. Aber nicht bei allen reicht die Hilfe aus. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 30.07.2020 | 07:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gibt im niedersächsischen Landtag eine Regierungserklärung ab. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Weil im Landtag: "Haben die dritte Corona-Welle überwunden"

Niedersachsens Ministerpräsident zeigte sich in seiner Regierungserklärung zuversichtlich mit Blick auf den Sommer. mehr