Stand: 10.08.2020 13:11 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Corona-Folgen: Schuldenuhr tickt so schnell wie nie

Die Schuldenuhr des Landes Niedersachsen läuft in der Corona-Kriese wieder vorwärts. Bernhard Zentgraf (l), Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen und Reinhold Hilbers, Niedersachsens Finanzminister (CDU) bei der Umstellung. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen
Die niedersächsischen Schulden wachsen schneller als je zuvor - und werden zum Jahresende auf fast 70 Milliarden Euro anwachsen.

Die Schuldenuhr in Niedersachsen läuft vorwärts - und das so schnell wie nie zuvor. Wegen der immensen Neuverschuldung infolge der Corona-Krise steigt der Schuldenstand, den die Uhr anzeigt, pro Stunde um mehr als eine Million Euro. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen.

Nach dem Schuldenabbau geht es nun in die Gegenrichtung

Anders als in den Vorjahren, als Schulden abgebaut wurden und die Uhr zurückgestellt werden konnte, geht es nun in die Gegenrichtung - in immensem Tempo: Die roten Digital-Zahlen der Schuldenuhr im Niedersächsischen Landtag bewegen sich so schnell, dass das Auge kaum hinterherkommt. Bernhard Zentgraf, Vorsitzender des Bunds der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen, hat die Uhr am Montag per Knopfdruck auf die neue Corona-Zeit umgestellt.

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"Die Zeche zahlen wir alle"

Derzeit ist das Land mit rund 61,2 Milliarden Euro verschuldet - nun kommen bis zum Jahresende fast neun Milliarden Euro dazu. Die Schulden des Landes steigen damit auf knapp 70 Milliarden Euro. Grund ist das im Juli vom Landtag beschlossene 8,4-Milliarden-Euro-Paket zur Bewältigung der Krise. Zentgraf kritisierte die Vorgehensweise. Das Land mache zu viele neue Schulden und spare zu wenig. Das habe Folgen: "Die Zeche zahlen wir alle", sagte Zentgraf. Jeder Niedersachse - egal welchen Alters - stehe künftig rein rechnerisch mit Landesschulden von 8.676 Euro in der Kreide.

Hilbers verteidigt Ausgaben

Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) verteidigte die Maßnahmen der Landesregierung. Er hält die Höhe der Schulden für gerechtfertigt. Andernfalls hätte das Land einen Teil der Wirtschaft und des Gesundheitssystems aufgeben müssen, sagte Hilbers. In vier Jahren will das Land damit anfangen, die Corona-Kredite zurückzuzahlen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.08.2020 | 13:00 Uhr

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