Stand: 06.09.2020 09:23 Uhr

Amtsärzte schlagen wegen Überlastung Alarm

Positiver Coronatest © PantherMedia Foto: RECSTOCKFOOTAGE
Die konsequente Nachverfolgung der Kontakte von Corona-Infizierten stellt die Gesundheitsämter vor große Herausforderungen. (Themenbild)

Der Verband der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst Niedersachsen schlägt angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie Alarm: Nach dem Schulstart mit vollen Klassenstärken seien die Amtsärzte schon jetzt überlastet. Bei einem Corona-Fall kämen zum Teil ganze Klassen in die Quarantäne, sagte der Landesvorsitzende Gerhard Wermes NDR 1 Niedersachsen. Entsprechend viele Kontakte müssten nachverfolgt, angerufen und isoliert werden.

Verband fordert zusätzliches Personal

Nach Einschätzung von Wermes könnten die Gesundheitsämter in den Landkreisen nicht mehr alle Kontakte schnell genug identifizieren, wenn die Zahl der Neuinfektionen in einzelnen Kreisen zweistellig würde. Das wiederum führe zu weiter steigenden Infektionszahlen. Wermes fordert deshalb zusätzliches Personal. Schon ein Arzt mehr in jedem Amt würde helfen, so der Landesvorsitzende.

Viele Stellen bleiben unbesetzt

Derzeit würden jedoch Ärzte die Ämter verlassen, weil sie überlastet seien, so Wermes. Da die Arbeit als Amtsarzt zudem schlecht bezahlt sei, blieben freie Stellen häufig unbesetzt. Laut der Ärztegewerkschaft Marburger Bund ist beispielsweise in Hannover nur die Hälfte der 16 Planstellen besetzt. Ärzte in Krankenhäusern oder beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen verdienten teilweise 1.500 Euro im Monat mehr. Der Marburger Bund fordert daher, die Gehälter anzugleichen, um mehr Ärzte für die Gesundheitsämter zu gewinnen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.09.2020 | 08:00 Uhr

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