Ein Schild am Eingang des Sprengel-Museums in Hannover weist auf die 2G-Regel hin. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Startenschulte

Corona: 2G-Regel könnte niedersachsenweit kommen

Stand: 12.11.2021 06:56 Uhr

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen erwägt die Landesregierung eine flächendeckende Einführung von 2G. Bestimmte Einrichtungen könnten dann nur noch von Geimpften und Genesenen betreten werden.

"Ich gehe fest davon aus, dass wir das 2G-Modell in Niedersachsen weiter ausweiten werden", sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Denkbar sei etwa, dass in der Gastronomie, bei Veranstaltungen und Zusammentreffen größerer Personengruppen 2G gelte - voraussichtlich sogar ohne Schwellenwerte und Warnstufen.

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Behrens: Schwere Zeiten für Ungeimpfte

"Wir können dieser vierten Corona-Welle aus meiner Sicht nur mit einem klaren 2G-Regime begegnen", betonte Behrens. Menschen, die sich noch nicht haben impfen lassen, würden es schwer haben, durch den Herbst und den Winter zu kommen, "während diejenigen, die sich haben impfen lassen, es gut schaffen werden". Bedenken, solch strenge Vorgaben könnten einer indirekten Impfpflicht gleichkommen, wies die Ministerin zurück. Jeder könne immer noch selbst entscheiden, ob er sich impfen lasse oder eben nicht, so Behrens.

Dehoga: Lieber 2G als Lockdown

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga begrüßt die Überlegungen. "Hauptsache kein Lockdown über die Weihnachtszeit und Silvester", sagte Niedersachsens Hauptgeschäftsführer Rainer Balke. Wenn 2G in einzelnen Kommunen dafür notwendig sei, werde die Gastronomiebranche ohne Murren mitmachen, so Balke gegenüber dem NDR in Niedersachsen. Allerdings sollten Kommunen mit niedrigen Inzidenzen auch weiter bei 3G bleiben dürfen.

Region Hannover setzt auf 2G

Vorreiterin in Sachen 2G-Regel ist aktuell die Region Hannover. Seit heute dürfen hier nur noch Geimpfte und Genesene Restaurants, Diskotheken, Fitnessstudios und Schwimmbäder betreten. Auch für den Besuch von Theatern, Kinos, Museen und des Zoos reicht ein negativer Test dann nicht mehr aus. Der neue Erlass, der vorerst bis zum 10. Januar gilt, sieht 2G zudem für Treffen mit mehr als 25 Personen und Weihnachtsmärkte vor. Der Städte- und Gemeindebund begrüßt dies und spricht sich ebenfalls für Zugangsbeschränkungen auf den Weihnachtsmärkten aus. "In der aktuellen Situation halten wir 2G auf den Weihnachtsmärkten für ein wichtiges Zeichen, dass die größtmögliche Sicherheit für die Besucherinnen und Besucher sowie die Beschäftigten gewährleistet wird", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

2G auf Osnabrücker Weihnachtsmarkt

Die Stadt Osnabrück hat am Donnerstag angekündigt, dass auf dem am 15. November beginnenden Weihnachtsmarkt die 2G-Regel gelten wird. Besucherinnen und Besucher können Gastronomie und Fahrgeschäfte nur nutzen, wenn sie geimpft oder genesen sind. Ausgenommen davon sind lediglich Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Damit die Regel befolgt wird, gibt die Stadt bei Nachweis von Impfung beziehungsweise Genesung Bändchen aus, die an den Buden vorgezeigt werden müssen.

Andere Landkreise warten noch ab

Andere Kommunen in Niedersachsen sind in Sachen 2G-Regel zurückhaltender. In den Landkreisen Verden, Osterholz und Rotenburg sei derzeit nicht geplant, die 2G-Regel in Kraft zu setzen, sagten die jeweiligen Sprecher. Im Landkreis Harburg wolle man erst einmal abwarten, was das 2G-Modell in der Region Hannover bewirkt und was die kommende Bund-Länder-Konferenz ergibt, sagte eine Sprecherin. Auch in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Uelzen steht ein verpflichtendes 2G-Modell aktuell noch nicht zur Diskussion.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.11.2021 | 07:00 Uhr

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