Stand: 18.02.2020 15:41 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Bündnis bekämpft Spahns Pläne für Rettungsdienst

In Niedersachsen hat sich ein breites Bündnis gegen die Reformpläne der Notfallversorgung formiert. (Themenbild)

In Niedersachsen stoßen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Patientenversorgung in Notfällen neu zu organisieren, auf Widerstand. Spahn greife "den einzig Gesunden im Gesundheitswesen, den Rettungsdienst" an, sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Hubert Meyer, nach einem Treffen des Bündnisses "Rettet die 112 und den Rettungsdienst". Die Reformpläne des Gesundheitsministers entzögen dem System in Niedersachsen jedes Jahr 302 Millionen Euro, rechnete Meyer vor. Bundesweit seien es drei Milliarden Euro. Die Kosten müssten dann die Länder schultern. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD), die bei dem Treffen in Hannover dabei war, sagte, dass auch die Landesregierung den Reformentwurf ablehne.

Rettungsdienst: Bündnis kritisiert Reformpläne

Hallo Niedersachsen -

Bundesgesundheitsminister Spahn will den Rettungsdienst reformieren. Das Bündnis "Rettet die 112 und den Rettungsdienst" erklärte, die Pläne gefährdeten die Versorgung der Patienten.

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Bündnis-Partner sehen auch positive Ansätze

Das Bündnis hatte sich im September vergangenen Jahres auf Initiative des Niedersächsischen Landkreistages gegründet. Ihm gehören praktisch alle niedersächsischen Landkreise und die Region Hannover an sowie die Hilfsorganisationen, die für den Rettungsdienst zuständig sind, wie das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfallhilfe, der Arbeiter-Samariter-Bund und der Malteser-Hilfsdienst. Die an dem Bündnis beteiligten Mitglieder bewerten die Pläne des Bundesgesundheitsministers aber zum Teil auch positiv: So begrüßten im Vorfeld des Treffens beispielsweise die Johanniter das Bestreben danach, eine stärkere Verzahnung aller Beteiligten im Notfallbereich zu erreichen.

Integrierte Notfallzentren als zentrale Anlaufstelle

Spahn will die derzeit oft überfüllten Rettungsstellen entlasten und Patienten in Notfallsituationen besser in die für ihre Belange passende Versorgung lotsen. Unter anderem sollen dazu Anrufe bei den Rettungsleitstellen mit der Nummer 112 und beim ärztlichen Bereitschaftsdienst mit der Nummer 116 117 in einem gemeinsamen telefonischen Leitsystem münden. In bestimmten Kliniken sollen zudem Integrierte Notfallzentren als zentrale Anlaufstelle entstehen. Dort soll ein Patient je nach Dringlichkeit seines Anliegens entweder von einem ambulant tätigen Arzt direkt vor Ort behandelt oder sofort in die Krankenhaus-Notaufnahme geleitet werden.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 18.02.2020 | 13:30 Uhr

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