Stand: 29.02.2020 12:19 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Behörden vernichten mehr als 2.000 Waffen

Mehr als 2.000 Waffen sind in der zweiten Jahreshälfte 2019 in Niedersachsen amtlich vernichtet worden.

Die Behörden in Niedersachsen haben im zweiten Halbjahr 2019 insgesamt 2.175 Waffen aus privatem Besitz vernichtet. Das teilte das Innenministerium mit Verweis auf das Nationale Waffenregister mit. Die Schusswaffen seien größtenteils von den Besitzern aus Altersgründen freiwillig abgegeben worden. Ein Teil der Waffen stamme aber auch von Erben oder Findern. Die Zahl der vernichteten Waffen wird erst seit Juli 2019 im Nationalen Waffenregister erfasst.

Landkreis Northeim: Viele Waffen und kiloweise Munition

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Bei Städten und Landkreisen abgeliefert werden zum Beispiel unterschiedliche Gewehre.

Wie viele Waffen in Niedersachsen bei der Polizei oder den Landkreisen und Städten insgesamt abgegeben werden, wird nicht zentral registriert. Besonders viele Waffen landeten aber beim Landkreis Northeim. In den vergangenen Jahren seien es jeweils rund 200 gewesen, sagte ein Sprecher, unter anderem Gewehre, Pistolen und Revolver. Gestiegen sei zuletzt die Menge der abgegebenen Munition. Innerhalb von zwei Jahren nahm die Behörde demnach rund 700 Kilogramm Patronen entgegen.

Salzgitter: Keine Veränderung nach Amnestie-Phase

In Salzgitter wurden im Jahr 2018 Angaben der Stadt zufolge 34 Schusswaffen abgegeben, 2019 waren es 50. Mitte 2018 war eine zwölfmonatige Amnestie-Regelung ausgelaufen: Illegale Waffen konnten in dieser Zeit straffrei abgegeben werden. Das Auslaufen der Amnestie-Phase habe in Salzgitter keine spürbare Auswirkung auf die Zahl der zurückgegebenen Waffen gehabt, sagte ein Stadtsprecher.

Waffe gefunden? Polizei anrufen

Einen deutlichen Rückgang verzeichnete Wolfsburg in den vergangenen Jahren. 2017 wurden laut Stadt 114 Waffen gezählt, 2018 waren es 88, im Jahr 2019 nur 33. Beim Landkreis Emsland wurden 2019 insgesamt 115 Waffen abgegeben. Für sechs davon habe keine amtliche Berechtigung vorgelegen. Bei diesen illegalen Waffen handele es sich häufig um "Dachbodenfunde", sagte ein Sprecher. Manchmal entdeckten Menschen auch bei Haushaltsauflösungen Waffen und brächten diese dann zur Polizei, so ein Sprecher der Polizei in Osnabrück. Er empfahl, in solchen Fällen die Polizei anzurufen und die Waffen abholen zu lassen - die Finder dürften sie ohne Berechtigung nicht in der Öffentlichkeit mit sich führen.

100.000 Euro für Vernichtung seit 2018

Die Kosten für die Vernichtung der abgegebenen Waffen trägt das Land Niedersachsen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden dafür in den vergangenen zwei Jahren rund 100.000 Euro aufgewendet. Es klappt allerdings nicht immer, dass die Waffen wie geplant vernichtet werden. In Oldenburg wurden etwa vor einigen Tagen von Einbrechern 30 Schusswaffen aus Tresoren in einem städtischen Bürogebäude gestohlen. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.02.2020 | 07:00 Uhr

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