Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) spricht in einem Interview. © NDR

Althusmann übt Kritik an Niedersachsens Impf-Management

Stand: 05.02.2021 16:26 Uhr

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat deutliche Kritik am Impf-Management des Landes geäußert. Möglicherweise sei der falsche Dienstleister gewählt worden.

"Das müssen wir altersgerechter vorbereiten. Gerade ältere Menschen müssen sich sicher und mitgenommen fühlen", sagte Althusmann der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Auch seine eigene 81-jährige Mutter sei an der Impf-Hotline gescheitert. Womöglich sei der Personaleinsatz an der Hotline anfänglich nicht richtig kalkuliert worden, so der Vize-Regierungschef.

Schleswig-Holstein als Vorbild

Das zuständige Sozialministerium habe zudem offenbar auf den falschen Dienstleister gesetzt. Althusmann verwies auf das Nachbarland Schleswig-Holstein, das bei der Impftermin-Vergabe mit dem Ticket- und Konzertvermarkter Eventim zusammenarbeitet. "Bei Eventim handelt es sich um einen Dienstleister, der Kartenverkäufe für Großkonzerte mit 100.000 Tickets innerhalb von Stunden abwickeln kann", betonte er. "Das müssten wir in Niedersachsen auch hinbekommen."

Althusmann fordert gemeinsame Anstrengung

Jetzt gelte es, gemeinsam alles dafür zu tun, die Impfkampagne zu einem Erfolg werden zu lassen, forderte Althusmann. "Wenn uns das nicht gelingt, verlieren wir Vertrauen in die Corona-Politik von Bund und Ländern. Und das darf uns in einer Situation, in der die Menschen ohnehin nach zwölf Monaten Krisenmodus spürbar Corona-müde sind, nicht passieren."

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Ministerium kündigt Verbesserungen an

Zum Start der Impf-Terminvergabe am 28. Januar waren in Niedersachsen sowohl die Telefon-Hotline als auch das offizielle Online-Impfportal des Landes zeitweise völlig überlastet. Für Ärger sorgte zudem, dass sich in vielen Impfzentren Menschen aus anderen Landkreisen oder gar anderen Bundesländern Termine gesichert hatten. Das Sozialministerium hat auf die entsprechende Kritik aus den Kommunen reagiert und das System angepasst. Mittlerweile kann man einen Termin nur noch in dem Impfzentrum buchen, das zur eigenen Wohnadresse gehört. Auf Anfrage von NDR.de kündigte das Ministerium weitere Verbesserungen an: So sollen impfberechtigte Personen künftig auch Termine für Paare buchen können. Am Freitag wurde zudem die Möglichkeit eingerichtet, sich nicht nur über die Hotline, sondern auch über das Online-Impfportal auf die Warteliste setzen zu lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.02.2021 | 12:00 Uhr

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