NDR Info - Redezeit

Energiesparen im Alltag - Was ist noch machbar? Welche Appelle verpuffen?

Mittwoch, 02. November 2022, 20:33 bis 22:00 Uhr, NDR Info

Eine Hand am Thermostat einer Heizung. © Hauke-Christian Dittrich/dpa Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Wie gut, wie engagiert sind wir eigentlich beim Energiesparen? Die Signale sind teils widersprüchlich: Zuletzt beklagte der Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller, dass der Gasverbrauch in Privathaushalten und Gewerbe im September - mit rund 15 Prozent plus - „deutlich über dem Schnitt“ der Vorjahre gelegen habe. So werde es schwer, eine Gasmangellage zu vermeiden.

Ähnlich sieht es die aktuelle Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Minus 30 Prozent wären nötig. Aber vor allem private Haushalte „heizen offenbar noch wie üblich und sparen nicht so viel ein, wie nötig wäre“, heißt es in der Untersuchung im Auftrag der Bundesregierung.

Jeder spart für sich allein: Braucht es mehr gemeinschaftliches Engagement?

Ein Lob für private Energiesparer lässt sich hingegen aus den Erkenntnissen der Hertie School in Berlin lesen. Gerade Privathaushalte und Kleingewerbe haben demnach im September besonders beim Gas gespart und 36 Prozent weniger verbraucht als unter normalen Umständen erwartbar. Wie passt das zusammen? Kommen die Energiespar-Appelle ausreichend bei Verbraucherinnen und Verbrauchern an? Sind die Sparanreize stark genug? 

Bei den finanziellen Hilfen ringt die Bundesregierung weiter um Umfang und Zeitpunkte: Wenn die Gaspreisbremse erst im März greift, wie viele Einmalzahlungen braucht es vorab? Und wie steht es bei den Entlastungen beim Öl- und Strompreis?  Weitere Eckpunkte dazu soll es in dieser Woche geben. Immer verbunden mit dem Appell zum Energiesparen. Aber wie viel ist noch drin beim Sparen in den eigenen vier Wänden? Inwiefern lässt sich die Unterstützung durch Energieberater*innen noch ausweiten? Und wie groß ist die Motivation der Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn die Folgen des eigenen Handels „nur“ nachgelagert über die Kosten spürbar sind?

Kürzere Öffnungszeiten, dunklere Innenstädte – wie weit können wir gehen?

Auch die Kommunen sind aufgerufen, ihren Gasverbrauch um 20 Prozent zu reduzieren. Vielerorts werden Denkmäler und öffentliche Gebäude nachts nicht mehr angestrahlt; auch die Straßenbeleuchtung wird in einigen Städten gedimmt. Ab wann ist es gerechtfertigt, auch den Handel in die Pflicht zu nehmen? Der Discounter Aldi Nord will die Öffnungszeiten zahlreicher Märkte im November verkürzen, um nach eigenen Angaben "aktiv einen Beitrag zum Energiesparen" zu leisten. Ein Vorbild, das Schule machen sollte?

Gerade über das so wichtige Weihnachtsgeschäft und die dazugehörige Weihnachtsbeleuchtung wird heftig diskutiert. Braucht es einheitliche Vorgaben, welche konkreten Sparmaßnahmen bundesweit angewendet werden sollten? Wie groß ist die gesellschaftliche Akzeptanz von Sparmaßnahmen in Städten und Kommunen? Und ist die Energiesparkampagne der Bundesregierung geeignet, den Gemeinschaftssinn beim Energiesparen zu steigern? 

NDR Info Moderatorin Jessica Chmura begrüßte als Gäste:

Dr. Oliver Ruhnau
Energieökonom an der der Hertie School Berlin, Mitautor der Studie "Gasbedarf in Krisenzeiten"

Maren Wegener
Vizepräsidentin des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes sowie Bürgermeisterin der Gemeinde Lengede

Johannes Zink
Energieberater und Sachverständiger für Bauphysik

 

 

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