Stand: 15.06.2020 08:39 Uhr

Unwetter sorgen für starke Regenfälle im Norden

Kräftige Gewitter und starke Regenschauer haben am Wochenende dafür gesorgt, dass viele Feuerwehren und Rettungskräfte in Norddeutschland im Dauereinsatz waren. Es blieb aber nach Angaben von Polizei und Feuerwehren meist bei Sachschäden, der Norden kam insgesamt einigermaßen glimpflich davon.

Die neue Woche startet mit viel Sonnenschein, vom Emsland bis zum Göttinger Land muss aber auch mit stärkerer Bewölkung sowie Schauern und Gewittern gerechnet werden. Die Temperaturen steigen im Norden auf bis zu 25 Grad.

VIDEO: Blitzeinschläge und Überschwemmungen nach Unwetter (1 Min)

SH: Lübeck besonders betroffen von Unwetter

Gewitter und Starkregen sorgten am Sonnabend beispielsweise in Schleswig-Holstein für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr. Besonders betroffen war Lübeck. Dort meldete die Leitstelle rund 200 Einsätze. Meist ging es um vollgelaufene Keller und überspülte Straßen. Außerdem schlug im Stadtteil St. Jürgen ein Blitz in einen Schuppen ein, der anschließend in Flammen aufging. Zwei Menschen kamen mit Verletzungen ins Krankenhaus. Nahezu zeitgleich gab es in Lübeck ein weiteres Feuer - in einem ehemaligen Kfz-Betrieb im Stadtteil St. Gertrud. Möglicherweise hatte ein Blitzeinschlag einen technischen Defekt an einem Kühlschrank verursacht. Am Hauptbahnhof gefährdete eindringendes Wasser die Stromversorgung, eine Unterbrechung konnte aber verhindert werden. In den Kreisen Ostholstein und Herzogtum Lauenburg wurden 40 Einsätze der Rettungskräfte gezählt.

Bereits am Sonnabendmorgen wurden auf der A1 zwischen Sereetz und Bad Schwartau zwei Spuren auf einer Länge von mehr als einem Kilometer überschwemmt. In Scharbeutz und Lütjenburg standen Straßen unter Wasser und es liefen Keller voll. Zudem kippte ein Baum um.

MV: Viele Feuerwehreinsätze

Heftige Gewitter und Starkregen hielten auch die Feuerwehr in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns in Atem. Die Feuerwehrleute hatten am Sonnabend etwa 200 Einsätze, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle sagte. Allein in Wismar und Umgebung waren es demnach 65. In der Hansestadt liefen Keller und Tiefgaragen voll Wasser, unter anderem war das Rathaus betroffen. Im Stadtgeschichtlichen Museum Schabbell stand das Wasser den Angaben zufolge etwa 40 Zentimeter hoch. Nach DWD-Angaben hatte es in Wismar bereits bis 15 Uhr mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gegeben. Mehrere Straßen in der Altstadt waren vorübergehend gesperrt. Fünf Autos liefen voll Wasser. Vier Bewohner mussten ein Haus verlassen, weil das Dach durch einen Wasserschaden einzustürzen drohte.

Ein Auto weicht auf einer Autobahn bei Neukloster der Grasnarbe eines abgerutschten Hanges aus. © NDR Foto: Britta Gross
Auf der A20 in Höhe Neukloster löste sich ein Teil der Böschung.

Auf den Autobahnen kam es wegen des Regens zu Überschwemmungen und aufgrund von Aquaplaning zu Unfällen, zum Beispiel auf der A14 bei Leezen. Auf der A20 zwischen Wismar und Rostock stand das Wasser teilweise 20 Zentimeter hoch, die Autobahn musste zwischenzeitlich gesperrt werden. Mehrere Autofahrer verloren die Kontrolle über ihre Fahrzeuge und prallten gegen die Leitplanken, es blieb bei Blechschäden in Höhe von rund 50.000 Euro. In Höhe Neukloster löste sich ein Teil der Böschung und blockierte eine Spur der Autobahn.

In Groß Schwansee (Landkreis Nordwestmecklenburg) schlug ein Blitz in ein reetgedecktes Haus ein. Zwei Bewohnerinnen konnten sich laut Polizei rechtzeitig in Sicherheit bringen. Das Haus ist unbewohnbar, der Schaden liegt bei rund 150.000 Euro.

Niedersachsen: "Der Regen war nicht ohne"

Gewitter haben auch in Niedersachsen örtlich heftigen Regen gebracht. "Der Regen war nicht ohne", sagte ein Polizeisprecher in Salzgitter am Sonnabend. In Braunschweig rückte die Feuerwehr mehr als 40 Mal aus, unter anderem zu umgestürzten Bäumen und vollgelaufenen Kellern, wie NDR 1 Niedersachsen berichtete. Nach einem Blitzeinschlag und anschließendem Dachstuhlbrand ist ein Haus in Herzlake (Landkreis Emsland) vorerst nicht mehr bewohnbar. Der Schaden beläuft sich den Angaben der Polizei zufolge auf etwa 300.000 Euro. Auch in Dannenberg (Landkreis Lüchow-Dannenberg) brannte ein Einfamilienhaus nach einem Blitzeinschlag. Schaden hier: etwa 70.000 Euro. In Wolfenbüttel schlugen gleich mehrere Blitze in ein Wohngebäude ein.

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Auf der A7 und der A1 sorgten starke Regenfälle ebenfalls für Verkehrsbehinderungen. Die Polizei berichtete von mehreren Unfällen. Zwei Menschen wurden dabei den Angaben zufolge verletzt. In Lutter am Barenberge (Landkreis Goslar) wurden Straßen überflutet. Zeitweise stand das Wasser dort bis zu einem halben Meter hoch, die Einsatzkräfte waren dort bis in die Nacht beschäftigt. In ein Pflegeheim in der Stadt drang Regenwasser ein, sodass 24 Bewohnerinnen und Bewohner vorübergehend anders untergebracht wurden. Außerdem musste die Bundesstraße 82 zwischenzeitlich gesperrt werden.

Bei einem Einsatz wegen eines vollgelaufenen Kellers in Westerstede (Landkreis Ammerland) haben Kohlenmonoxid-Warnmeldegeräte der Feuerwehr angeschlagen und einen Großeinsatz ausgelöst. Das Mehrfamilienhaus wurde zwischenzeitlich evakuiert, nach Analyse einer Wasserprobe konnte jedoch Entwarnung gegeben werden.

Gewitter auch in Hamburg

Auch in Hamburg gab es kräftige Gewitter, aber größere Schäden blieben dort offenbar aus. Die Feuerwehr meldete nur einige wenige wetterbedingte Einsätze.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 14.06.2020 | 22:00 Uhr

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