Stand: 02.03.2020 10:45 Uhr

Lambsdorff: EU muss in Flüchtlingskrise handeln

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Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff kritisiert Deutschlands frühere starre Haltung bei Verteilung von Flüchtlingen.

Weil Tausende Migranten derzeit versuchen, über die türkisch-griechische Grenze in die EU zu kommen, verlangt der FDP-Außenpolitiker Graf Lambsdorff Unterstützung für Griechenland. "Die Europäische Union muss zunächst helfen, die Außengrenze zu sichern", sagte Graf Lambsdorff im Hörfunk-Interview auf NDR Info. Für das Vorgehen der Türkei, die Grenzen für Migranten in Richtung der EU zu öffnen, hat Graf Lambsdorff zumindest teilweise Verständnis. "Das ist ein Hilferuf", so der FDP-Außenpolitiker. In der Türkei befinden sich inzwischen etwa 3,6 Millionen Flüchtlinge - vor allem aus Syrien. "Andererseits ist es zynisch, Menschen einzusetzen und sie an die Grenze bringen zu lassen", sagte Graf Lambsdorff.

Graf Lambsdorff: Deutschland trägt eine Mitschuld an der Situation

Dass eine Verteilung von Geflüchteten auf alle EU-Staaten nach wie vor nicht funktioniert, daran trägt nach Meinung von Graf Lambsdorff auch Deutschland eine Mitschuld: "Vor dem Jahr 2015 hat Deutschland jede gemeinsame Anstrengung kaputt gemacht und sich geweigert, an der Verteilung der Flüchtlinge teilzunehmen." Der FDP-Politiker spielt damit auf jahrelange Forderungen vor allem von Italien und Griechenland an, sie nicht mit der Aufnahme der Migranten alleine zu lassen.

Norbert Röttgen © NDR/Wolfgang Borrs Foto: Wolfgang Borrs

Röttgen: EU muss schnell mit Türkei sprechen

NDR Info - Infoprogramm -

Norbert Röttgen (CDU) ruft die EU dazu auf, im Syrien-Konflikt schnell mit der Türkei zu sprechen. Präsident Erdogan brauche dringend Unterstützung, sagte er auf NDR Info.

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Vorschlag für neuen Türkei-Deal

"Wir brauchen einen Türkei-Deal 2.0", sagte Graf Lambsdorff auf NDR Info. Denn ohne jede weitere Hilfe für die Türkei werde es immer wieder dazu kommen, dass Flüchtlinge versuchen nach Europa zu kommen. Die Türkei selbst kann seiner Meinung nach die humanitäre Situation entschärfen, wenn es zeitweise die Grenze zum Nachbarland Syrien öffnet. "Die humanitäre Lage in der Region zu verbessern, das sei jetzt entscheidend, so der FDP-Politiker.

Anerkannte Migranten in der EU verteilen

"Migranten, die als Asylbewerber in Griechenland anerkannt wurden, müssen dann auch konsequent in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verteilt werden", fordert Graf Lambsdorff. Das aber sei etwas anderes als einfach die Grenze für alle zu öffnen. "So wollen es die Grünen und deren Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Das muss man unterscheiden - und das lehne ich ab."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 02.03.2020 | 08:20 Uhr