Der neue Parteivorsitzende Armin Laschet spricht nach seiner Wahl beim digitalen Bundesparteitag der CDU. © dpa-Bildfunk Foto: Michael Kappeler

Digitale Profilierung - Parteien im Corona-Wahljahr 2021

Sendung: NDR Info Hintergrund | 09.03.2021 | 20:35 Uhr | von von Lieben, Mathias
27 Min | Verfügbar bis 09.03.2022

Die anhaltenden Kontaktbeschränkungen haben auch das politische Leben in Deutschland nachhaltig verändert. Video-Schalten haben den Meinungsaustauch am Konferenztisch abgelöst, Videochats den persönlichen Bürger-Talk in der Fußgängerzone. Für die Parteien bedeutet das im Super-Wahljahr 2021 - mit sechs Landtagswahlen und der Bundestagswahl - eine große Herausforderung. Sie müssen ihre ritualisierten politischen Formate in rasender Geschwindigkeit ins Digitale verlagern: Parteitage, Wahlkämpfe und Bürgerdialoge.

Als erste Bundespartei haben die Grünen im vergangenen November einen digitalen Parteitag abgehalten. Im Januar wählte die CDU sogar ihren neuen Bundesvorsitzenden Armin Laschet auf einem digitalen Parteitag. Auch das neue Führungs-Duo der Linken Susanne Hennig Wellsow und Janine Wissler wurde Ende Februar digital gewählt.

Mit der Verlagerung ins Digitale verändern Parteitage auch ihren Charakter. In leeren, oft dunklen Sälen müht sich die Parteiprominenz ab, zur Basis am heimischen Computer einen emotionalen Draht aufzubauen. Auch mit bunten Einspielfilmen und einer lockeren Moderation, die bisweilen an TV-Shows erinnert. Applaus und Buhrufe bleiben aus, stattdessen werden emojis geklickt. Das hat Folgen, auch für die Meinungsbildung und politische Teilhabe in den Parteien.