Stand: 03.01.2019 05:59 Uhr

Tief "Zeetje" stürmt über den Norden hinweg

Die Ostseeküste hat am Mittwoch ihre erste Sturmflut des Jahres mit überschwemmten Stränden und Straßen erlebt. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte eine Sturmflutwarnung verbreitet, die bis zu 1,70 Meter höhere Wasserstände als normal erwartete. In der Nacht zum Donnerstag hob das BSH die Warnung kurz vor Mitternacht auf. Mittlerweile haben sich die Pegelstände weitgehend normalisiert.

Viel Wasser in Wismar, auf Rügen und Usedom

In Mecklenburg-Vorpommern erlebte Wismar am Mittwoch mit einem Wasserstand von 1,84 Meter über Normal sogar eine schwere Sturmflut. Dort stand das Wasser teils mehr als 20 Zentimeter hoch auf den Straßen, wie ein Sprecher sagte. Einige Wagen seien abgeschleppt worden. Anwohner erhielten Sandsäcke zum Abdichten ihrer Kellerfenster. In Rostock schwappte das Wasser über die Warnow. In Greifswald wurde das Sperrwerk geschlossen und damit die Stadt vor einem Hochwasser aus dem Greifswalder Bodden gesichert. In Binz auf der Insel Rügen schlug das Wasser bis an den Dünenfuß. In Zempin auf Usedom wurde nach der vorigen Sturmflut extra aufgespülter Sand zu großen Teilen wieder ins Meer gerissen.

Orkanböen knicken Bäume um - drei Verletzte

Teils fegte Sturmtief "Zeetje" mit Orkanstärke übers Land hinweg und knickte Bäume um. So wurden auf der Insel Hiddensee Spitzenwerte von 130 Kilometern pro Stunde erreicht. Drei Menschen wurden verletzt, als bei Dambeck nahe Röbel (Mecklenburgische Seenplatte) und bei Richtenberg (Vorpommern-Rügen) Autos gegen umgestürzte Bäume prallten.

Schleswig-Holstein: Lübeck besonders betroffen

In Schleswig-Holstein war Lübeck besonders betroffen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gab am Mittwochnachmittag einen vorläufigen Höchststand von 1,74 Metern über Normal an. Es hatte 1,30 bis 1,60 Meter über dem mittleren Wasserstand vorhergesagt, für "exponierte Stellen kurzzeitige Spitzen" darüber aber nicht ausgeschlossen. In der Lübecker Altstadt an der Trave und in Travemünde standen mehrere Autos unter Wasser, weil sie nicht rechtzeitig weggefahren oder abgeschleppt werden konnten. Auch in Flensburg und Kiel stieg das Wasser erheblich über die normalen Werte.

Erster Sturm des Jahres: Starker Wind und hohe See

Frachter verliert rund 270 Container

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Die "MSC Zoe" hat in der Nordsee mehrere Container verloren.

In der Nordsee verlor ein Frachter bis zu 270 Container. Er war auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven, Zunächst war von lediglich 30 Containern die Rede gewesen. Die Reederei habe die Zahl korrigiert, teilte das Havariekommando am Mittwoch mit. Mindestens einer enthalte Gefahrgut. Zuvor war die Rede von drei Containern im niederländischen Gewässer sowie einem im deutschen gewesen. Bei dem Gefahrgut handele es sich um Dibenzoylperoxid, das in der Kunststoffproduktion eingesetzt werde.

Sowohl ein Überwachungsflugzeug als auch das Mehrzweckschiff "Neuwerk" hätten sich ins Einsatzgebiet begeben, um die Container zu orten und zu bergen. Der Frachter ist den Angaben zufolge das größte Containerschiff Europas und kann rund 19.000 Container transportieren. Bisher seien Container an den niederländischen Inseln Vlieland, Terschelling und Ameland angespült worden.

Umgestürzte Bäume in Hamburg

In Hamburg musste die Feuerwehr zwei große umgefallene Bäume mit einem Kran von der Straße heben, sie hatten mehrere Autos beschädigt. Zudem holten Einsatzkräfte einen umgekippten Baum aus einer Stromleitung. Im Stadtviertel St. Georg wurde ein Dachfenster durch den Wind gelöst und stürzte herab. An einem achtstöckigen Haus in der Hafencity musste das Baugerüst samt Schutzplane von der Feuerwehr gesichert werden.

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NDR Info | Aktuell | 02.01.2019 | 20:00 Uhr

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