Stand: 01.11.2019 17:07 Uhr  - NDR Kultur

Daniel Lozakovich spielt Tschaikowsky

None but the Lonely Heart
von Daniel Lozakovich
Vorgestellt von Raliza Nikolov

Geboren wurde Daniel Lozakovitch 2001 in Stockholm, die Eltern sind aus der ehemaligen Sowjetunion dorthin gezogen. Seine Umgebung ist russisch, seine Lehrer sind mit der russischen Sprache aufgewachsen, aus der alten russischen Schule hervorgegangen. Vladimir Spivakov prophezeite ihm eine große Karriere. Zehn Jahre später hat Daniel Lozakovich mit den Musikern der Russischen Nationalphilharmonie unter der Leitung seines Mentors das Violinkonzert von Peter Tschaikowsky aufgenommen.

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Auf seinem Album präsentiert Daniel Lozakovich seinen Blick auf Tschaikowskys Violinkonzert.

"Lasst mich einfach Geige spielen", scheint dieser 18-Jährige zu sagen. Tschaikowsky liegt mir nah, ich will Euch zeigen, wie ich heute auf sein Violinkonzert schaue. Ich habe Partner an meiner Seite, denen ich blind vertrauen kann und die mir vertrauen. Wir nehmen Euch mit auf diese Reise der widerstreitenden Emotionen, der tiefen Melancholie und berstenden Spielfreude.

Die Eleganz ist das Ziel

Daniel Lozakovich überrascht mit einem Ton, der manchmal regelrecht schneidend sein kann, dann wieder umgarnend süß. Wir werden hin- und hergeworfen in diesem Gefühls-Karussell, aber es wird keine Revolution à la Patricia Kopatchinskaja angezettelt - da verströmt sich jemand auf andere sehr persönliche Weise.

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Daniel Lozakovich spielt Tschaikowsky

NDR Kultur - Neue CDs -

Der Geiger Daniel Lozakovich hat mit den Musikern der Russischen Nationalphilharmonie das Violinkonzert von Peter Tschaikowsky aufgenommen. Unsere CD der Woche.

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Man kann zuhören und sich treiben lassen, kann aber genauso auch verblüfft lauschen, wie genau Lozakovich die wohlvertrauten Noten auslotet, an seiner Seite ein Orchester mit seinem Mentor Vladimir Spivakov am Pult, das ihm traumwandlerisch sicher folgt.

Hier bleibt die Eleganz immer das Ziel - über Technik muss man kein Wort verlieren, Lozakovitch steht alles zur Verfügung. Und er traut sich, auch eine bittere Note hineinzubringen. In solcher Differenzierung wirkt die Melancholie, die Tschaikowskys Werk durchweht, nie sentimental.

Steigende Dramatik

Im Orchester sind die hervorragenden Bläsersolisten hervorzuheben: Sie nehmen sich allen Freiraum, fast die Grenze zum Manierierten überschreitend, aber eben nur fast. Im Finale des Violinkonzerts steigert sich die Dramatik bis zur Wildheit, aber die Noblesse geht dabei nicht verloren. Trotzdem geraten die Musiker am Ende in einen solchen Sog, dass man auch im Kämmerlein Beifall klatschen möchte.

Der Respekt wächst, wenn man im Beiheft liest, dass das Violinkonzert eine Live-Aufnahme ist. Dazu hat Lozakovitch noch ein paar berühmte kleinere Stücke von Peter Tschaikowsky gestellt - und das Lied "Nur wer die Sehnsucht kennt", zugleich Motto des Albums. Hörenswert!

None but the Lonely Heart

Genre:
Klassik
Zusatzinfo:
Russische Nationalphilharmonie Ltg.: Vladimir Spivakov
Label:
Deutsche Grammophon

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 03.11.2019 | 15:20 Uhr

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