Daniel Brühl in einer Szene des Filmes "Im Westen nichts Neues" - eine Netflixproduktion © Reiner Bajo Foto: Reiner Bajo
Daniel Brühl in einer Szene des Filmes "Im Westen nichts Neues" - eine Netflixproduktion © Reiner Bajo Foto: Reiner Bajo
Daniel Brühl in einer Szene des Filmes "Im Westen nichts Neues" - eine Netflixproduktion © Reiner Bajo Foto: Reiner Bajo
AUDIO: Im Westen nichts Neues - das sagen Experten zur Neuverfilmung (3 Min)

"Im Westen nichts Neues": Was sagen Remarque-Experten zum Film?

Stand: 26.01.2023 11:18 Uhr

Die Neuverfilmung des Antikriegsromans "Im Westen nichts Neues" ist für neun Oscars nominiert. Wie blicken Experten vom Erich Maria Remarque-Friedenszentrum in Osnabrück auf die Neuverfilmung?

Edward Bergers bildgewaltige Neuverfilmung des Antikriegsromans "Im Westen nichts Neues" stößt in der Filmbranche auf viel Anerkennung. Der Film ist bei den Oscars nicht nur als bester internationaler Film nominiert, sondern auch in der Königskategorie "Bester Film" und in sieben weiteren Kategorien. Doch wie blicken Literaturexperten auf die Inszenierung? Im Rahmen der Deutschlandpremiere von "Im Westen nichts Neues" am 27. September 2022 hat Birgit Schütte für NDR Kultur mit Remarque-Experten vom Osnabrücker Erich Maria Remarque-Friedenszentrum gesprochen.

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"Im Westen nichts Neues": Brutale Darstellung der Kriegsereignisse

Claudia Junk, Alice Cadeddu und Thomas Schneider hat der Film überzeugt. Obwohl die neue Produktion ganz anders ist als die legendäre Verfilmung von 1930, die sich sehr stark am Roman orientiert. "Während des Films war ich zwischendurch etwas irritiert, weil der Film so gar nicht der Romanvorlage folgt", sagt Claudia Junk. "Als der Film zu Ende war, war ich begeistert, nicht jubelnd, sondern erschüttert begeistert."

Die Kriegsszenen seien brutaler. Eine Faszination für die Gräuel des Krieges wolle der Film aber ganz bewusst vermeiden. "Meiner Meinung nach ist das gelungen, dass man bei all diesen brutalen Szenen nicht fasziniert vom Schrecken war, sondern immer kurz davor wegzugucken", sagt Claudia Junk. Ähnlich hat Thomas Schneider, der Leiter des Friedenszentrums, die Kriegsdarstellungen wahrgenommen: "Der Film hat eine große emotionale Wucht. Das liegt zum einen an der brutalen Darstellung der Kriegsereignisse. Das wechselt sich aber ab mit ruhigen Momenten, wo die einzelnen Figuren so etwas wie zwischenmenschliche Nähe erreichen."

Enormer Popularitätsschub für Remarque

Thomas Schneider, der Leiter des Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrums in Osnabrück. © NDR Foto: Claus Halstrup
Thomas Schneider leitet das Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrums in Osnabrück seit dem Jahr 2000.

Was hat der Leiter des Friedenszentrums Thomas Schneider gedacht, als vor einigen Jahren klar wurde, dass nun Daniel Brühl zusammen mit Netflix die Filmrechte gekauft hat? Dass also ein Streamingdienst den berühmten Antikriegsroman neu verfilmen wird? Von dem man vor allem Mainstream statt Tiefe erwartet. "Wir haben uns wahnsinnig gefreut, weil das einen erheblichen Schub zur Popularität Remarques in der ganzen Welt bringt", sagt Schneider. Der Text sei weltweit verfügbar. In über 60 Sprachen wurde der Roman übersetzt. "Aber wenn dieser Film dann auf einem globalen Markt wie Netflix präsentiert wird, bringt das auch eine erhebliche Aufmerksamkeit für das Buch." Die Oscar-Nominierungen heben die Aufmerksamkeit für Buch und Film noch einmal auf ein neues Level.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 28.09.2022 | 09:20 Uhr

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