Peter Maffay bei einem Open-air-Konzert zum Auftakt seiner Jubiläumstour in Dresden © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk Foto: Robert Michael

Konzertveranstalter plädieren für bundesweite 2G-Regelung

Stand: 27.08.2021 10:54 Uhr

Mit 2G endlich wieder uneingeschränkt Kultur live erleben dürfen - das könnte ab Sonnabend für Genesene und Geimpfte in Hamburg wieder möglich sein. Konzertveranstalter plädieren für eine bundesweite 2G-Regelung.

Peter Maffay bei einem Open-air-Konzert zum Auftakt seiner Jubiläumstour in Dresden © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk Foto: Robert Michael
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von Vanessa Wohlrath

In Hamburg können sich ab Sonnabend unter anderem Gastronomiebetriebe und Veranstaltende für dieses Modell entscheiden und weitestgehend auf die Corona-Einschränkungen, wie Abstandhalten und das Tragen einer medizinischen Maske, verzichten. Das bedeutet eine Alternative zu dem vom Bund vorgeschriebenen 3G-Modell, mit dem auch ungeimpfte Personen in die Innenbereiche eingelassen werden - mit einem entsprechend negativen Testergebnis.

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Stimmen aus Veranstaltungsbranche fordern bundesweite 2G-Regelung

Zu ihnen gehört Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft. Dieser hat sich für das Hamburger 2G-Modell ausgesprochen und wünscht sich das jetzt als bundesweite Regelung.

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Denn, so sagte er der Deutschen Presseagentur, solange es Kapazitätsbeschränkungen und Abstandsregeln gebe, machten Veranstaltungen wirtschaftlich keinen Sinn. Der Konzertbetrieb muss sich wieder lohnen, doch, "Tourneen werden erst dann wieder möglich sein, wenn es in Deutschland keinen Flickenteppich unterschiedlichster Regelungen gibt, sondern die Länder sich endlich auf ein einheitliches Öffnungsszenario einigen", so Michow.

Aus der Branche gab es in den letzten Tagen auch einige kritische Äußerungen zu diesem 2G-Optionsmodell, dass sich der Staat vor der Verantwortung scheue, eine grundsätzliche Impfpflicht einzuführen und diese Verantwortung jetzt auf die Institutionen verlagert würden. Der Einwand kam zum Beispiel vom Hamburger Ohnsorg-Theater.

Viele Veranstaltende hadern deswegen auch mit ihrer Entscheidung. Einerseits sehen sie sich in einer wirtschaftlichen Notlage und würden gerne auf die Corona-Einschränkungen verzichten, andererseits wollen sie aber auch niemanden ausschließen.

Hamburger Clubkombinat mit Standpunkte Papier zu 3G-Regelung

Das Hamburger Clubkombinat, ein Zusammenschluss aus Clubbetreibern, hat dazu am Donnerstag getagt und ist sich immer noch nicht einig. In seinem Standpunkte-Papier an Hamburgs Ersten Bürgermeister heißt es unter anderem: "Das Wahlmodell zwingt den Betreiber:innen eine Entscheidung auf und führt in ein Dilemma: bleibt man bei 3G, sympathisiert man mit Impfskeptiker:innen, oder wechselt man zu 2G und schließt Menschen aus."

Klar ist, dass die Konzertveranstalter aufgrund der niedrigen Impfquote weiterhin ihre Festivals und Tourneen absagen müssen, obwohl sie darauf gehofft hatten, im Herbst wieder richtig durchzustarten. Einige setzen hier auf das 2G-Modell. Darunter die Deutsche Entertainment AG und das Unternehmen Live Nation.

SHMF-Intendant Kuhn für Einführung der 2G-Regeln in SH

Auch der Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals, Christian Kuhnt, ist für die Einführung der 2G-Regel in Schleswig-Holstein. Es gehe nicht darum, Ungeimpfte künftig von kulturellen Angeboten auszuschließen. Sondern, so Kuhnt: "Es geht nur um Menschen, die sich bewusst nicht impfen lassen, obwohl sie es könnten".

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 27.08.2021 | 08:15 Uhr

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