Stand: 17.02.2017 14:57 Uhr  | Archiv

Gorleben: Eine Chronik der Ereignisse

  • 14.06.2000 Der sogenannte Atomausstieg wird beschlossen - ein Kompromiss zwischen der rot-grünen Bundesregierung und Energieversorgern. Die 19 produzierenden deutschen Atomkraftwerke sollen nach und nach abgeschaltet werden. Und zwar jeweils nach 32 Jahren Laufzeit.

  • 01.10.2000 Im Salzstock Gorleben tritt ein Moratorium in Kraft. Die Erkundungsarbeiten werden vorläufig gestoppt, um auf politischer Ebene noch einmal grundsätzliche Fragen zur Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll zu klären. Das zwischen Regierung und Energieversorgern vereinbarte Ende des Moratoriums ist 2010: Bis zu diesem Jahr muss die Bundesregierung eine Entscheidung darüber treffen, ob Gorleben weiter erkundet wird oder nicht.

  • 15.03.2010 Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erklärt in Berlin, dass das von Rot-Grün im Jahr 2000 verhängte Moratorium, also der Stopp der Erkundung des Salzstocks auf seine Eignung als atomares Endlager, aufgehoben werde. Bis zur Entscheidung werde ein Zeitraum von 20 bis 25 Jahren erforderlich sein.

  • 26.03.2010 Der Bundestag setzt einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu Gorleben ein. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Klärung der Frage, ob beziehungsweise warum sich die damalige Bundesregierung unter Helmut Kohl (CDU) in den 1980er-Jahren einseitig auf den Salzstock im Kreis Lüchow-Dannenberg als Endlager festgelegt habe.

  • 01.10.2010 Die umstrittene Erkundung des Salzstocks in Gorleben wird fortgesetzt.

  • März 2011 Ein Erdbeben und ein Tsunami lösen in einem Atomkraftwerk im japanischen Fukushima eine Katastrophe aus. Zehntausende Menschen müssen die Region verlassen.

  • 30.06.2011 Der Bundestag beschließt mit den Stimmen von Union, FDP, SPD und Grünen das Aus für alle deutschen Atomkraftwerke bis 2022. Das mögliche Endlager in Gorleben soll weiter erkundet werden.

  • 28.11.2011 Der 13. und letzte Transport mit hoch radioaktivem Müll aus der Wiederaufbereitung im französischen La Hague trifft in Gorleben ein. Mehr als 20.000 Polizisten begleiteten die Behälter auf ihrer 1.200 Kilometer langen Fahrt. Kosten für das Land Niedersachsen: etwa 33,5 Millionen Euro.

  • 15.12.2011 Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) stoppt weiteren Ausbau des Erkundungsbergwerks in Gorleben. Die Arbeiten in den bestehenden Teilen dauern an.

  • 11.01.2012 Das Bundesumweltministerium will atomare Zwischenlager besser schützen - auch vor Terrorangriffen.

  • 30.11.2012 Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) verkündet einen Erkundungsstopp für Gorleben. Die Arbeiten sollen erst nach der Bundestagswahl 2013 weitergehen.

  • 2015 Mehr als 100 Pachtverträge mit privaten Eigentümern der Grundstücke über der Grube laufen aus. Nach Angaben von SPD und Grünen sind viele Eigentümer, die sich einst für die Verpachtung entschieden hätten, nicht mehr dazu bereit.

  • 12.06.2015 Der Bundesrat verlängert die sogenannte Veränderungssperre für den Salzstock in Gorleben bis zum 31.03.2017.

  • 15.02.2017 Das Bundesumweltministerium kündigt an, die Veränderungssperre zu verlängern. Umweltschützer im Wendland sind empört.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 15.02.2017 | 17:00 Uhr

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