Stand: 05.01.2016 13:59 Uhr

Hannover feiert Leibniz-Jahr

von Agnes Bührig
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Gottfried Wilhelm Leibniz wurde nach heutigem Kalender am 1. Juli 1646 in Leipzig geboren. Er starb am 14. November 1716 in Hannover.

2016 jährt sich der Todestag von Gottfried Wilhelm Leibniz zum 300. Mal. Die Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft feiert ihren 50. Gründungstag und die Universität Hannover trägt seit zehn Jahren den Namen des Universalgelehrten. Diese Häufung historischer Daten bedeutet, dass der Philosoph, Mathematiker, Diplomat und Historiker Leibniz Thema zahlreicher Veranstaltungen ist.

Vom Dreißigjährigen Krieg geprägt

In der Thomanerstadt Leipzig erblickt Gottfried Wilhelm Leibniz 1646 das Licht der Welt. Der Vater ist Jurist und Professor für Moralphilosophie, die Mutter Tochter eines Rechtsgelehrten. Schon bald stöbert der kleine Gottfried Wilhelm in den Regalen der väterlichen Bibliothek, interessiert sich für Griechisch und Latein. Darüber hinaus habe ihn der Dreißigjährige Krieg geprägt, sagt der Leibnizforscher Wenchao Li. "Leibniz hat als Kind den Krieg natürlich nicht erfahren", erklärt Li. "Zwei Jahre nach seiner Geburt war er vorüber. Aber der Krieg hat das Europa von damals geprägt. Ich denke zum Beispiel an Leibniz' Versuche, eine Universalsprache zu erfinden, damit Menschen verschiedener Konfessionen, verschiedener Kulturen und verschiedenen Glaubens dieselbe Sprache verstehen."

"Wozu noch Leibniz?": Vortragsreihe ab Mitte Juni

Wer sich in Leibniz' Gedankenwelt vertiefen will, hat dazu in Hannover Mitte Juni Gelegenheit. "Wozu noch Leibniz?" heißt eine Vortragsreihe. An drei Abenden ergründen renommierte Forscherinnen und Forscher im Historischen Museum die Aktualität Leibniz' heute. Die sei immer noch gegeben, sagt der Germanist und Leibnizforscher Li. "Leibniz ist ein hochaktueller Denker, weil er sich mit den jeweiligen Ereignissen auseinandersetzt. Aber er denkt auch theoretisch - und dann ist da noch seine Neugier."

Per GPS erkunden: Orte, an denen Leibniz sich aufhielt

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Die Rechenmaschine von Leibniz gehört zum nationalen Kulturerbe und steht meist im Tresor der Leibniz Bibliothek in Hannover.

Wer neugierig auf die Orte ist, an denen sich Leibniz in seinen 40 Jahren in Hannover aufhielt, dem sei die Veranstaltungsreihe "Leibniz für alle!" empfohlen. Ausgestattet mit einem GPS-Gerät kann sich jeder auf eine elektronische Schnitzeljagd machen. Einer der Zielpunkte wird dabei die Leibniz Bibliothek sein, in der ein großer Teil seines rund 200.000 Blatt umfassenden Nachlasses zu finden ist. Darunter Aufzeichnungen zur 1673 entwickelten ersten Rechenmaschine, die alle vier Grundrechenarten bewerkstelligte - einem Vorläufer des heutigen Computers -, zu Windmühlen, um die Bergwerke im Harz zu entwässern und zur umfangreiche Geschichte des Welfenhauses, die er schrieb. Verdankte er diesem Adelsgeschlecht doch seine Stellung als Präfekt der Herzoglich und Kurfürstlichen Hofbibliothek, die heute nach ihm benannt ist.

Von Hannover in die Welt

"Leibniz hat in Hannover sicherlich einen Wirkungsort gefunden, wo er glaubte, seine Fähigkeiten entfalten zu können", sagt Li. "Er hat zwei Bibliotheken geleitet, die in Hannover und später die in Wolfenbüttel. Und hier hat er auch das weltweite Netz aufgebaut." Ein Netz, das bis heute nachwirkt: Forscherinnen und Forscher aus mehr als 30 Ländern werden vertreten sein, wenn die Leibniz-Gesellschaft im Juli ihren X. Internationalen Leibniz-Kongress eröffnet. Im Wilhelm-Busch-Museum wird Leibniz unter dem Titel "Leibnix" in Karikaturen und Comics zu sehen sein und das Kestner-Museum bietet Leibniz kulinarisch: präsentiert werden Leibniz-Cakes.

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