Welt der Musik

Feuer und Geist - Rudolf Serkin zum 30. Todestag

Sonntag, 09. Mai 2021, 18:00 bis 19:00 Uhr

Rudolf Serkin © picture-alliance / akg-images / Marion Kalter Foto: Marion Kalter
Rudolf Serkin © picture-alliance / akg-images / Marion Kalter Foto: Marion Kalter
Der US-amerikanische Pianist Peter Serkin wurde 1947 in eine Musiker-Dynastie hineingeboren.

So entfesselt Rudolf Serkin sich zum Beispiel in den Presto-Schluss von Beethovens "Appassionata" stürzen konnte und sich selbst und sein Publikum mitriss, so stark war die Intensität seines lyrisch-verinnerlichten Spiels. Ein Adagio bei Schubert, ein Andante bei Mozart, ein Brahms-Intermezzo spielte er mit einem poetischem Zauber, dem man sich nicht entziehen konnte.

Serkins musikalisches Talent

Serkin zählte - wie Claudio Arrau, Vladimir Horowitz oder Wilhelm Kempff - zu letzten der Klaviertitanen, die noch den schwärmerischen Geist des 19. Jahrhunderts transportierten. Er wurde am 28. März 1903 im böhmischen Eger als fünftes von acht Kindern einer nicht sonderlich betuchten jüdischen Familie geboren. Sein Vater war Sänger. Er erkannte das Talent seines Sohnes und förderte ihn. Schon mit sechs Jahren trat der kleine Rudolf öffentlich auf, mit zwölf Jahren debütierte er mit Mendelssohns g-Moll-Klavierkonzert in Wien. Dort war Richard Robert sein Lehrer, bei dem auch Clara Haskil, der Dirigent George Szell oder der Komponist Hans Gál studierten. Mit 15 hatte Rudolf Serkin Kompositionsunterricht bei niemand geringerem als Arnold Schönberg, dem Erfinder der Zwölftonmusik.

Kammermusiker und Solist

Prägend wurde für den erst 17-jährigen Pianisten die Begegnung mit dem zwölf Jahre älteren Geiger Adolf Busch. Mit ihm bildete er ein Kammermusik-Duo, mit ihm gründete er 1950 im amerikanischen Marlboro/Vermont ein Kammermusik-Festival, das bis heute existiert. Aber auch mit anderen Mitgliedern der berühmten Musiker-Familie Busch, etwa mit dem Cellisten Hermann Busch und dem Dirigenten Fritz Busch arbeitete Rudolf Serkin zusammen. Er war immer beides: Kammermusiker und Solist. Aber auch Pädagoge. Seit 1939 unterrichtete er am Curtis Institute of Music in Philadelphia, von 1968 bis 1976 war er Direktor des Instituts. Zu seinen Schülern zählten zum Beispiel Glenn Gould, Murray Perahia und auch sein Sohn Peter. Wie viele jüdische Künstler musste auch Rudolf Serkin 1933 Deutschland verlassen. Noch im März dieses Jahres hatte er gemeinsam mit Adolf Busch in Düsseldorf ein Konzert gegeben, bei dem Nationalsozialisten randalierten. Ausgerechnet an diesem Ort trat Rudolf Serkin 1957 nach dem Zweiten Weltkrieg zum ersten Mal wieder in Deutschland auf. Bis zu seinem Tod am 8. Mai 1991 war er ein weltweit gefragter Künstler. Er wurde für seine Hingabe, sein Feuer und seine Genauigkeit geschätzt und geliebt. Virtuosität war für ihn nie Selbstzweck. Eitelkeit kannte er nicht. Für ihn stand immer die Musik und ihr Geist im Vordergrund.

Eine Sendung von Elisabeth Richter.

 

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Zwei Musiker im Senegal spielen Kora (links) und Djembe (rechts) im Gegenlicht vor untergehender Sonne. © picture-alliance / dpa

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