Stand: 28.12.2018 17:00 Uhr  | Archiv

Namibia - atemberaubende Landschaften

von Benedikt Scheper

Nami

Namibia ist für viele ein Traum-Urlaubsland. Die Landschaft, die Menschen, die Geschichte faszinieren Touristen rund um den Globus, Deutsche interessieren sich besonders für die Kolonialzeit. Denn das Kaiserreich beherrschte Namibia unter dem Namen "Deutsch-Südwestafrika" von 1884 bis 1915 als Kolonie. Der Fotograf Michael Poliza hat sich den Einheimischen genähert, deutsche Spuren und vor allem die atemberaubende Schönheit Namibias fotografiert.

Imposante Landschaft und vielfältige Tierwelt

Ein imposanter Berg - die Spitzkoppe nordöstlich von Swakopmund - ragt im Hintergrund majestätisch empor. Wie auch auf einem anderen Bild raue Bergmassive, deren grau-gelbe Oberflächen an Lavagestein erinnern, aus einem Teppich aus sattem Grün auftauchen und im Bildvordergrund durch eine rostrote Wand aus Sand begrenzt werden, ist faszinierend.

Die Fotos ziehen den Betrachter in ihren Bann, weil sie die Weite Namibias veranschaulichen. Ähnlich gut gelingt das den Bildern von langen Schatten von Antilopen, die durch Dünen streifen, von riesigen Vogelschwärmen in Form von winzigen schwarzen Punkten, die über Feuchtgebiete flattern oder von Elefantenherden.

Die imposanten Dickhäuter wandern meist Richtung Wasser. Das matte Grau ihrer Haut lässt die kräftigen Farben ihrer Umgebung noch deutlicher erscheinen. Das wenige Grün der Pflanzen oder ein dunkler Fels, der die beige Fläche des feinen Sandes bricht, kommen erstaunlich gut zur Geltung auf den geradezu leuchtenden Fotos. Sie revidieren optische Vorurteile, die der eine oder andere von Namibia haben mag.

Die Infrastruktur ist ausbaufähig

Schließlich hat Michael Poliza vor allem begeistert, wie vielfältig das Land ist. Nicht nur Wüste, sondern auch Flüsse, traditionelle Volksstämme wie die in Okra bemalten Himbas, die grau-roten Lehm in den Haaren tragen, und die artenreiche Tierwelt machen Namibia so interessant für Fotografen.

Die Infrastruktur allerdings sei eine Herausforderung gewesen, berichtet der Autor: "Um in die letzten Ecken zu kommen, muss man sich schon ein bisschen mehr anstrengen. Aber das ist mir gut gelungen. Ich bin dieses Land zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Quadbike, mit dem Auto, mit dem Helikopter, mit dem Flugzeug, mit dem Heißluftballon bereist. Ich kenne es von oben nach unten, von links nach rechts, und habe in all diesen letzten 15, 16 Jahren immer wieder fotografiert und das Substrat diese Bilder ist jetzt in diesem Buch zu finden."

Erinnerungen an die Kolonialzeit

Mitten in der Spencer Bay liegt ein Dampfer, der bereits 1945 auf Grund lief. Das völlig kaputte Schiff ist rost-braun, Seile liegen an Deck. Grün-blaue Wellen schwappen an die Bordwand, während die weiße Gischt hinter dem Heck Richtung Strand fließt. Auf dem gelben Sand aalen sich rund 100 Seehunde in der Sonne - und genießen zugleich den Windschatten des Wracks namens Otavi.

Die Mischung aus Natur und Technik ergibt bildlich eine faszinierende Atmosphäre, erinnert sie doch wie die verfallenen Häuser ehemaliger Kolonial-Herren an längst vergangene Zeiten. Dass hier Deutsche und Afrikaner Diamanten suchten, lassen die imperialen Villen nur noch erahnen, sind sie doch heute komplett mit Sand gefüllt.

Beeindruckende Naturschauspiele

Michael Poliza nimmt den Betrachter mit auf eine abwechslungsreiche Reise, wenn etwa der Heißluftballon vor seiner Kamera über malerische Farbspiele in rosa, pink und rot hinweg schwebt. Das Kaleidoskop eines Sonnenaufgangs, wie ihn auch Maler der deutschen Romantik nicht schöner hätten malen können, lässt Sehnsucht aufkommen. Denn Namibias Landschaft, Kultur und Geschichte wirken durch die Linse des Fotografen klar, spannend und atemberaubend schön.

Blättert man in dem Band, sieht man beeindruckende Naturschauspiele, etwa wie sich der Boden von saftigem Grün erst in satte, dann in blass-grüne, schließlich in silber-grüne und silber-graue Flächen verwandelt. Wie ihm das gelingt? Es gebe es nur wenige Einschränkungen für das Auge, meint Michael Poliza. Seine Bilder machen das sichtbar.

Namibia

von Michael Poliza
Seitenzahl:
280 Seiten
Genre:
Bildband
Zusatzinfo:
29 x 37 cm Hardcover, 134 Farbfotografien, Texte in Deutsch, Englisch und Französisch, 3,2 Kg
Verlag:
teNeues
Bestellnummer:
978-3-96171-128-4
Preis:
80,00 €

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 30.12.2018 | 17:40 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/kultur/buch/Michael-Poliza-Namibia,namibia196.html

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