Otto Hahn - Interviews und Vorträge zum Hören

Lise Meitner und Otto Hahn im Gespräch, 1962. © picture-alliance / dpa Foto: Rauchwetter
Die österreichisch-schwedische Physikerin Professor Dr. Lise Meitner (1878-1968) im Gespräch mit Professor Dr. Otto Hahn (li.).

"Wenn ich an unsere mehr als 30-jährige Zusammenarbeit zurückdenke, so sind - abgesehen von den wissenschaftlichen Erlebnissen - meine stärksten und liebsten Erinnerungen die an Hahns fast unzerstörbare Fröhlichkeit und heitere Gemütsart, seine stete Hilfsbereitschaft und seine Freude an der Musik ... Die große Zuverlässigkeit seines Charakters, seine natürliche Liebenswürdigkeit und Freude am Scherzen haben ihn auch bei etwaigen schwierigen Diskussionen, wissenschaftlicher oder menschlicher Art, die er mit Kollegen, Mitarbeitern und Schülern haben mochte, nie verlassen" , charakterisiert Lise Meitner ihren langjährigen Kollegen und Freund Otto Hahn (Otto Hahn zum 80. Geburtstag am 8. März 1959 in: Lise Meitner: Erinnerungen an Otto Hahn, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2005).

Als Otto Hahn 1945 vom Abwurf der Atombombe auf Hiroshima erfuhr, bedrückte ihn das ganz besonders, denn seine wissenschaftliche Arbeit war schließlich die Grundlage, auf der diese Katastrophe erst möglich wurde. Bis zu seinem Lebensende setzte er sich deshalb für die friedliche Nutzung der Atomenergie ein, etwa 1957 mit seiner Unterschrift unter den Appell westdeutscher Kernphysiker, der als "Göttinger Erklärung" bekannt wurde.

Er beschäftigte sich in Publikationen, Diskussionen und Interviews mit der Verantwortung des Wissenschaftlers und dem Missbrauch wissenschaftlicher Entdeckungen für Zerstörung und Krieg. Seine Ansichten lösten heftige Diskussionen über die Atompolitik in der damals jungen Bundesrepublik aus.

In zahlreichen Interviews hatte der NDR in den 50er- und 60er-Jahren Gelegenheit, mit ihm und seinen engsten Kollegen zu sprechen - über Kernforschung und Atomenergie, aber auch ganz allgemein über den Werdegang und die wissenschaftliche Arbeit des Nobelpreisträgers.

Hören Sie hier einige Sendungen und Beiträge des NDR Hörfunks aus dieser Zeit!

Zweite Atombombe auf Nagasaki am 9. August 1945. © picture-alliance/ dpa/dpaweb Foto: epa Nagasaki Atomic Bomb Museum
3 Min

Otto Hahn - Zum 20. Todestag

Otto Hahn über die Verantwortung des Wissenschaftlers bezüglich des menschlichen Lebens (NDR Hörfunk 28.07.1988). 3 Min

Otto Hahn (re.) im Kernforschungszentrum Karlsruhe vor den Blaupausen des Forschungsreaktors FR2 mit Karl Wirtz, der den Reaktor entwickelt hat, 1959. © picture-alliance / akg-images / Foto: Forschungszentrum Karlsruhe
4 Min

Interview mit Karl Wirtz

Karl Wirtz spricht über die Zeit der gemeinsamen Internierung in England nach dem Krieg und über die Verleihung des Nobelpreises für Physik (NWDR Hörfunk, 05.03.1952). 4 Min

Otto Hahn, 1966. © picture-alliance / KPA/TopFoto Foto: 91050/KPA/TopFoto
68 Min

Otto Hahn über sein Leben

Erlebnisse und Begegnungen: Viele bedeutende Physiker und Chemiker des 20. Jahrhunderts kreuzten seinen Weg (NDR Hörfunk, 12.11.1961). 68 Min

Otto Hahn: Die Folgen seiner Entdeckungen

Die BBC spricht mit Otto Hahn über seinen Werdegang, die Max-Planck-Gesellschaft und die Atomforschung nach dem Zweiten Weltkreig. (NDR Hörfunk, 20.02.1958). 6 Min

"Wir müssen mit dem Atom trotz Gefahren leben"

Otto Hahn spricht von der Angst der Menschheit vor dem Atomkrieg und verweist auf die Möglichkeiten der friedlichen Nutzung der Kernenergie (NDR Hörfunk, 30.05.1958 im ). 9 Min

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Soldaten des 28 Engineer Regiments der Britischen Streitkräfte marschieren am 14.06.2014 zur Abschiedsparade in Hameln (Niedersachsen) auf dem Marktplatz. © picture alliance / dpa Foto: Peter Steffen

Als die Briten "Goodbye Hameln" sagten: Besatzer waren Freunde

Heute vor zehn Jahren verließ die britische Armee Hameln - für die Stadt "ein schwerer Schlag". Seitdem hat sich viel getan. mehr

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