Sendedatum: 17.10.2010 18:45 Uhr  | Archiv

Die Wogemänner von Eiderstedt

Grote Mandränke

Aufgewühlte Nordsee © dpa-Report Foto: Carsten Rehder
Die aufgewühlte Nordsee veränderte auch die Küstenlandschaften im Norden.

Die erste Grote Mandränke ereignete sich zwischen dem 15. und 17. Januar 1362. Bei dieser großen Sturmflut brachen Deiche, unzählige Dörfer wurden überflutet - darunter das sagenhafte Rungholt. Nach Angaben des Chronisten Anton Heimreich kamen 100.000 Menschen ums Leben. Außerdem gingen große Teile des Kulturlandes verloren, und viele Menschen hatten keine Heimat mehr. Die Küste Nordfrieslands bekam ein vollkommen neues Gesicht, das sich allerdings durch weitere Sturmfluten bis heute noch stark veränderte.

Die Wogemänner

Bei den Wogemänner handelte es sich durch die Flut heimatlos gewordene Fischer und Bauern, die sich zusammen getan hatten, um sich das zurückzuholen - und vielleicht auch ein bisschen mehr, was das Meer ihnen geraubt hatte. 1370 soll sich die Bevölkerung unter der Führung Owe Herings gegen die Wogemänner gewehrt haben. Als Grund nannten sie vor allem auch den Raub junger Mädchen.

Ihre Burg hatten die Wogemänner in Westerhever. Heute steht an dieser Stelle das alte Pastorat, das Haus ist in Privatbesitz. Aus den Ruinen der Burg entstand eine Kirche: St. Stephanus in Westerhever. Die Wogemänner wurden vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Sie sollen durch das Schwert hingerichtet und ihre Leichen ins Meer geschmissen worden sein.

 

Dieses Thema im Programm:

DAS! | 17.10.2010 | 18:45 Uhr

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