Stand: 18.10.2019 14:17 Uhr

Weihnachtsbäume: So fing alles an

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Mit Zapfen aber ohne Kerzen zeigt sich der Weihnachtsbaum auf dem Bild aus der Zeit um 1910.

Es gibt wohl weltweit kein zweites Symbol, das so mit dem Weihnachtsfest verbunden wird, wie der Weihnachts- oder Christbaum. Dabei ist der Brauch, sich einen Nadelbaum in die Wohnung zu stellen, noch recht jung - verglichen mit der über 2.000 Jahre zurückliegenden Geburt Christi, dem Anlass für das Weihnachtsfest. Erst im 15. Jahrhundert wurden die ersten Christbäume aufgestellt. Martin Luther und andere Reformatoren erklärten ihn damals zum Weihnachtssymbol der Protestanten, dagegen gehörte die Krippe lange Zeit nur zur katholischen Weihnacht.

Jens Kruse und seine Weihnachtsbäume.

Die Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum

Hallo Niedersachsen -

Seit 30 Jahren verkauft Jens Kruse am Stadtrand von Delmenhorst Weihnachtsbäume. Er weiß: Den perfekten Baum zu finden, braucht seine Zeit - manchmal geht es aber auch ganz schnell.

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Weihnachtsbaum: Heidnische Ursprünge

Seinen Ursprung hat der Weihnachtsbaum aber wahrscheinlich in der heidnischen Tradition. Zur Zeit der Wintersonnenwende holte man sich sogenannte Wintermaien ins Haus. Diese grünen Zweige waren ein Zeichen des Lebens und versprachen Schutz und Fruchtbarkeit. Im ausgehenden Mittelalter vermischte sich Heidnisches mit Christlichem. Erste Erwähnung findet ein geschmückter Baum im Zusammenhang mit einer Bäckerzunft Freiburgs im Jahr 1419. Eindeutig sind die Anfänge jedoch nicht: Das lettische Riga etwa feierte 2010 das 500. Jubiläum des geschmückten Weihnachtsbaumes.

Geschmückte Tannenbäume zuerst im Südwesten

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Zunächst bestand der Schmuck am Weihnachtsbaum aus Lebensmitteln.

Der Schritt von immergrünen Zweigen im Haus zum geschmückten Tannenbaum scheint zuerst in Südwestdeutschland gegangen worden zu sein. Einer Überlieferung aus dem Jahr 1535 zufolge wurde damals in Straßburg bereits mit Bäumen gehandelt. Verkauft wurden kleine Eiben, Stechpalmen und Buchsbäume, die noch ohne Kerzen in den Stuben aufgehängt wurden. 1570 tauchte der Brauch auch im Norden auf: In den Zunfthäusern der Bremer Handwerker wurden mit Äpfeln, Nüssen und Datteln behängte Bäume aufgestellt. Kinder durften den schmackhaften Schmuck abnehmen und essen.

Verbreitung des Tannenbaums im 19. Jahrhundert

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Ab 1730 wurden die Bäume auch erstmals mit Kerzen geschmückt. Die Lichterbäume standen aber zunächst nur in den Häusern evangelischer Familien. Konfessionsübergreifend eroberte der Tannenbaum die Wohnzimmer in der Zeit der Freiheitskriege gegen Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Baum wurde damals zum Sinnbild des Deutschtums und unabhängig von der Glaubensrichtung als Bestandteil des Weihnachtsfestes anerkannt.

Der Weihnachtsbaum erobert die Welt

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Brauch - zuerst in den Städten, dann auf dem Land - zu einem festen Bestandteil des Weihnachtsfestes in Deutschland. Vorangetrieben durch die verwandtschaftlichen Verbindungen deutscher Adelsfamilien zu den Höfen im Ausland verbreitete sich der Weihnachtsbaum nach und nach in ganz Europa. Auswanderer und deutsche Soldaten, die im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpften, machten ihn im Laufe des 19. Jahrhunderts auch in der Neuen Welt populär. 1891 stand erstmals ein "Christmas tree" vor dem Weißen Haus in Washington.

Die großen öffentlichen Bäume

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Der riesige Weihnachtsbaum am Londoner Trafalgar Square stammt traditionell aus Norwegen.

Die Tradition eines weiteren berühmten Weihnachtsbaums hat ihren Ursprung im Zweiten Weltkrieg: Die Tanne, die jedes Jahr auf dem Trafalgar Square in London aufgestellt wird, kommt stets aus Norwegen. Sie soll an den gemeinsamen Kampf der beiden Länder gegen Nazi-Deutschland erinnern. Auch der Papst und die Stadt Rom lassen sich zur Weihnachtszeit von dem Glanz eines riesengroßen Baumes auf dem Petersplatz verzaubern. Traditionell stammt der Baum jedes Jahr aus einem anderen Land.

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Hallo Niedersachsen | 16.12.2018 | 19:30 Uhr

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