Stand: 15.04.2018 11:23 Uhr  | Archiv

"Kinder im KZ": Bergen-Belsen zeigt Ausstellung

73 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen im Landkreis Celle durch britische Truppen ist am Sonntag dem Jahrestag mit einer Feier in der Gedenkstätte gedacht worden. Gleichzeitig wurde im Beisein einiger Überlebender die Sonder-Schau "Kinder im KZ Bergen-Belsen" eröffnet. Sie ist bis zum 30. September zu sehen.

Video-Interviews mit Überlebenden

Die Ausstellung erzählt die Geschichte von etwa 3.500 Kindern unter 15 Jahren, die von den Nazis nach Bergen-Belsen verschleppt wurden. Eine zentrale Bedeutung kommt dabei mehr als 120 lebensgeschichtlichen Video-Interviews zu, die Historiker mit Überlebenden geführt haben, die als Kinder in Bergen-Belsen inhaftiert waren. Neben den Filmen werden zahlreiche Fotos, Dokumente und Erinnerungsstücke der Betroffenen gezeigt. Die Schau ist nach Angaben der Gedenkstätte deutschlandweit die erste umfassende Darstellung über Kinder in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager.

Niederländischer Botschafter spricht Grußwort

Die meisten der inhaftierten Kinder waren als Juden verfolgt worden. Andere gehörten zur Gruppe der Sinti und Roma oder waren mit ihren Müttern aus politischen Gründen verschleppt worden. Sie kamen aus Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn und viele aus den Niederlanden.  Aus diesem Grund wird auch der niederländische Botschafter Wepke Kingma bei der Eröffnung ein Grußwort sprechen. Der Botschafter habe sich im Vorfeld über die niederländischen Inhaftierten erkundigt, sagte eine Sprecherin der Gedenkstätte gegenüber NDR 1 Niedersachsen.

Weitere Informationen
Konzentrationslager Bergen-Belsen 1945: Waschplatz für weibliche Häftlinge. © picture alliance/Mary Evans Picture Library

Bergen-Belsen: Erinnerung und Mahnung

Im damaligen Konzentrationslager in der Heide starben Zehntausende Menschen, darunter Anne Frank. Seit 1952 erinnert in Bergen-Belsen eine Gedenkstätte an die Opfer. (18.12.2014) mehr

Gedenkstein an die Opfer des Holocaust auf dem Jüdischen Friedhof in Rostock. © picture-alliance/ dpa/dpaweb Foto: Bernd Wüstneck

Holocaust - Das beispiellose Verbrechen

Mehr als sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit von Deutschen systematisch ermordet. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.04.2018 | 11:00 Uhr

Mehr Geschichte

Der Unterwasser-Archäologe Florian Huber begutachtet die gefundene Enigma © Christian Howe/submaris Foto: Christian Howe

Geltinger Bucht: Taucher finden "Enigma" auf Ostseegrund

Eigentlich sollten alte Netze geborgen werden. Mit der Chiffriermaschine wurden im Zweiten Weltkrieg Funksprüche verschlüsselt. mehr

Auf einem alten schwarzweiß-Foto sind dutzende Polizisten zu sehen, die ein Waldstück durchkämmen. © Michael Behns/NDR

Die "Göhrde-Morde" und das Verschwinden der Birgit Meier

1989 werden zwei Paare in der Göhrde getötet, kurz darauf verschwindet in Lüneburg eine Frau. Erst 2017 steht der Täter fest. mehr

Umsteigeanlage Wandsbek 1965 © Hamburger Hochbahn

HVV - Der Pionier des öffentlichen Nahverkehrs

Ein Tarif, ein Ticket, ein Fahrplan: Mit diesen Zielen ist vor 55 Jahren der weltweit erste Verkehrsverbund gegründet worden. mehr

Eine Frau zündet in einer Stube der Stiftung Rauhes Haus in Hamburg die ersten Kerzen eines Adventskranzes mit 24 Kerzen an. © dpa Foto: Daniel Reinhardt

Warum ein Theologe den Adventskranz erfunden hat

Der Hamburger Johann Hinrich Wichern soll 1839 erstmals einen großen Kranz gebastelt haben - zunächst mit 23 Kerzen. mehr

Norddeutsche Geschichte