Stand: 09.07.2018 18:00 Uhr  | Archiv

Hamburg und Marseille feiern Diamant-Hochzeit

Vor 60 Jahren, am 10. Juli 1958, haben der damalige Marseiller Bürgermeister Gaston Defferre und der Hamburger Bürgermeister Max Brauer die Städtepartnerschaft der beiden Hafenstädte besiegelt. Sie legten einen "Partnerschaftsschwur" ab, mit dem Ziel, dass die Bürger beider Städte sich kennenlernen sollten, um eine Basis für Frieden und Freundschaft zu schaffen.

Alles andere als selbstverständlich

Marseille ist nach St. Petersburg die zweitälteste Städtepartnerschaft, die Hamburg einging. Eine Partnerschaft zweier großer Hafenstädte wie Hamburg und Marseille liegt aus heutiger Perspektive nahe - doch als sie besiegelt wurde, war es alles andere als selbstverständlich: Noch 15 Jahre zuvor hatten die Nazis die südfranzösische Stadt noch besetzt und ein Hafenviertel gesprengt.

"Marseille und Hamburg haben sehr früh eine Städtepartnerschaft abgeschlossen - viel früher als die französische Regierung unter De Gaulle und die deutsche unter Adenauer es seinerzeit gemacht haben", sagt Corinna Nienstedt von der Handelskammer Hamburg. "Beide Städte sind weltoffen und haben viel mit dem Ausland zu tun. Vielleicht war das der Grund, weshalb man früher zusammengekommen ist als die beiden Regierungen."

Über Jahrzehnte auf Sparflamme

Die Hamburger Besuchergruppe in Marseille.
Eine Hamburger Besuchergruppe zu Gast in Marseille.

Anfangs ging es bei der Städtepartnerschaft vor allem um Aussöhnung. Trotz einiger Sprachprobleme reisten bald Schüler, Chöre und Krankenschwestern zwischen den beiden Hafenstädten hin und her. Doch nach der anfänglichen Euphorie lief der Austausch über Jahrzehnte eher auf Sparflamme. "Hamburg hat im Laufe der Jahrzehnte seine Verbindungen in den Ostseeraum hinein gepflegt, auch nach Großbritannien und nach Übersee. Wohingegen Marseille die traditionellen Verbindungen in den Mittelmeerraum gepflegt hat", sagt Nienstedt. "Man hat sich da ein bisschen in verschiedene Richtungen entwickelt."

Doch dank privater Initiativen, wie von dem deutsch-französischen Verein Cluny in Hamburg und dem Maison Allemande in Marseille, blieb die Städtepartnerschaft am Leben. Sie organisieren regelmäßig Austausche zwischen den Bürgern.

Tschentscher reist nach Marseille

Auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) pflegt den direkten Austausch: Seine dritte Auslandsreise führt ihn ab Freitag nach Marseille.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 08.07.2018 | 19:30 Uhr

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