Stand: 17.08.2017 12:33 Uhr  | Archiv

Die Alte Synagoge in Hagenow

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Die Alte Synagoge besteht aus drei restaurierten Fachwerk-Gebäuden und ist heute Museum und Kulturzentrum.

Die Ursprünge des kleinen Städtchens Hagenow in Westmecklenburg gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Aufgrund verschiedener Brände im Laufe der Jahrhunderte wurden fast alle Häuser mehrfach zerstört. Das älteste heute noch erhaltene Gebäude stammt aus dem Jahr 1720. In dem denkmalgeschützten Altstadtkern finden sich noch zahlreiche Fachwerkhäuser. Zu ihnen gehört auch die Alte Synagoge. Sie ist Bestandteil eines Ensembles aus drei Gebäuden, das in seiner Geschlossenheit einmalig ist in Mecklenburg. Es besteht aus dem Haupthaus mit dem Betraum der Synagoge und dem Vorderhaus, in dem sich eine Religionsschule, eine Lehrerwohnung und ein Bad für die rituelle Reinigung (Mikwe) befanden. Ein Wagenschauer im Hof - eine Art offene Garage- ergänzt den Komplex.

Zerstörung und Verfall

Weitere Informationen

Vor 80 Jahren: Terror in der Reichspogromnacht

In der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 brennen auch im Norden Synagogen und Geschäfte jüdischer Bürger. Nationalsozialisten ermorden Menschen oder verschleppen sie. mehr

Die Synagoge wurde 1828 geweiht. Bis zum Jahr 1907 wurden dort regelmäßig Gottesdienste abgehalten. In den Jahrzehnten danach verließen viele Mitglieder der jüdischen Gemeinde Hagenow, sodass der Unterhalt der Gebäude für die verbliebenen Gemeindemitglieder zunehmend schwierig wurde. Während der Pogromnacht der Nationalsozialisten am 9. November 1938 wurde der gesamte Innenraum der Synagoge verwüstet. Der völligen Zerstörung infolge von Brandstiftung entging das Gebäude-Ensemble lediglich, weil es mitten im Stadtzentrum liegt. 1942 wurde es zwangsweise verkauft. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das sakrale Gebäude mehrfach umgebaut und zweckentfremdet, es diente beispielsweise als Lagerhalle. Später wurde es dem Verfall überlassen.

Geglückter Wiederaufbau

Alte Synagoge Hagenow

Hagenstraße 48
19230 Hagenow
Tel.: (03883) 7220 42
Öffnungszeiten und Preise siehe Website des Museums

Nach der Wende wurden Synagoge und dazugehörende Bauwerke zunächst der Jewish Claims Conference übertragen, die sie 2001 der Stadt Hagenow verkaufte. Die umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten der drei mittlerweile denkmalgeschützten Gebäude erfolgten von 2004 bis 2009 und wurden unter anderem vom Norddeutschen Rundfunk finanziell unterstützt. Bei den Arbeiten wurde die Mikwe entdeckt und hebräische Schriften im Dachgebälk der Synagoge gefunden. Heute gehört das Gebäude-Ensemble zum Museum der Stadt Hagenow. Im ehemaligen Gemeindehaus, das heute Hanna-Meinungen-Haus heißt, informiert eine Ausstellung über die Geschichte des jüdischen Lebens in der Stadt. Im ehemaligen Betraum der Synagoge finden Ausstellungen und Konzerte statt, etwa im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Besucher können den Raum auch bei Führungen besichtigen.

Karte: Hier liegt die Hagenower Synagoge
Weitere Informationen

Von der Synagoge zum Kulturzentrum

Die ehemalige Synagoge in Hagenow ist bereits seit zehn Jahren ein Kulturzentrum der Stadt. Das Jubiläum wird am kommenden Sonnabend ausgiebig gefeiert. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 17.08.2017 | 19:05 Uhr

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