Stand: 07.02.2018 08:00 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Inkontinenz-OP bei Frauen

Susi: Ich bin 53 Jahre alt und habe seit 2013 ein Bändchen. Leider leide ich auch unter Dranginkontinenz. Mein Arzt hat mir Propiverin verschrieben, das ich zwei Mal täglich nehme. Leider wirken diese nur bedingt. Ich habe trotzdem diese unangenehmen Überfälle. Was kann ich dagegen tun?

Wimmer: Nehmen Sie zwei Mal wöchentlich lokal in die Scheide ein Hormonpräparat in Salbenform? Dies sollten Sie tun, denn das kann ungeahnte Effekte bringen und auch Ursache Ihres Problems sein.

Jenny: Ich bin 31 Jahre alt und habe seit bestimmt 15 Jahren Probleme mit Inkontinenz. Ich habe es bisher immer auf mein sehr hohes Übergewicht geschoben und dachte, da kann man nichts machen. Was wäre der beste Ansatz in meinem Fall? Ich habe das bei meiner Frauenärztin schon mal angemerkt, aber keine wirkliche Reaktion bekommen.

Wimmer: In Ihrem Fall sollte natürlich eine ausführliche Untersuchung im Vorfeld stattfinden. Ich kann mir vorstellen, dass für Sie tatsächlich nur das Bändchen infrage kommt.

Mella: Ich bin 38 Jahre alt und habe eine Hysterektomie mit TVT-Band-Einlage vor acht Jahren hinter mir. Das Band hielt nicht, also folgte 2013 ein TOT-Band, welches von meinem Körper auch nicht angenommen wurde und im Jahr 2017 wieder zum Teil entfernt wurde. Nun wurde im letzten Herbst eine Kolposuspension gemacht, die leider auch keinen Erfolg brachte. Gibt es nur noch den Blasenschrittmacher als Alternative oder gibt es vielleicht doch noch andere Möglichkeiten? Ich trage mittlerweile Windeln, da es anders gar nicht mehr möglich ist, am normalen Leben teilzunehmen.

Wimmer: Die Umspritzung wäre für Sie eine gute Möglichkeit, da Sie keinerlei OP-Risiken oder -Folgen hat und der Eingriff nur fünf Minuten dauert. Vorher muss aber eine umfassende Untersuchung erfolgen, um die Ursache für Ihre Inkontinenz zu klären, da bei Ihnen mehrere Ursachen infrage kommen.

Anja: Gibt es andere Indikatoren, zum Beispiel schwaches Bindegewebe, für drohende Inkontinenz?

Wimmer: Ja.

Sonja: Wie funktioniert die Einlage eines Ringes?

Wimmer: Das macht Ihr Frauenarzt auf dem Untersuchungsstuhl.

Lore: Ich bin 67 Jahre alt und hatte eine Totaloperation vor 17 Jahren. Wegen Verwachsungen hat man mir von einem Band und auch von einem Netz abgeraten. Wäre die Umspritzung für mich eine Möglichkeit? Wenn ja, wo finde ich die richtige Klinik?

Wimmer: Erstens: Ja, nach einer sorgfältigen Untersuchung natürlich. Zweitens: Suchen Sie im Internet nach einem zertifizierten Beckenbodenzentrum und fragen Sie dort nach, ob Sie die Methode anbieten. Ansonsten werden Sie Ihnen sicherlich trotzdem helfen können.

Heidi: Kann man auch Inkontinenz haben, wenn man sich nur nachts beim Schlafen einnässt?

Wimmer: Ja, das ist ein relativ typisches Bild für eine Form der Blasensenkung.

Agnodike: Zwar habe ich noch keine Inkontinenz, allerdings eine Gebärmuttersenkung 1./2. Grades. Nun bin ich schwanger mit dem dritten Kind und spiele aufgrund der veränderten Anatomie nun mit dem Gedanken an eine Sectio. Überwiegend, weil ich bei der dann dritten spontanen Geburt Angst habe, dass sich die Senkung verschlimmert oder ich ebenfalls eine Inkontinenz entwickle. Könnte ich mit einer Sectio Schlimmeres verhindern? Welches Beckenbodentraining wäre in einer Schwangerschaft ratsam?

Wimmer: Die Sectio wird Sie nicht vor einer Verschlimmerung der Senkung schützen, denn allein die Veränderung des Gewebes durch die Schwangerschaftshormone ist dafür ursächlich verantwortlich - falls es denn überhaupt dazu kommen sollte.

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