Stand: 17.07.2018 12:20 Uhr

Welches Pflaster für welche Wunde?

von Angelika Gördes-Giesen
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Normale Pflaster sind für kleine Wunden gut geeignet.

Wer sich in den Finger schneidet oder aufs Knie fällt, greift meist zu einem Pflaster, um die Wunde abzudecken. Allerdings sind Pflaster nicht für alle Körperstellen und Verletzungen geeignet. Für kleine Wunden und Stellen, an denen sie gut kleben, sind Pflaster sinnvoll. Größere Wunden sollte man mit einem Verband abdecken, ebenso verletzte Körperstellen, an denen ein Pflaster nicht hält.

Pflaster schützen vor Keimen

Durch eine Verletzung verliert die Haut ihre schützende Funktion und Keime können in den Körper eindringen. Deshalb sollte die Wunde unbedingt gereinigt werden - entweder unter fließendem Wasser oder mit Wund-Desinfektionsmitteln. Während der Heilung schützen Pflaster die Wunde vor Keimen. Die weit verbreitete Annahme, man müsse Luft an die Wunde lassen, sei wissenschaftlich nicht zu halten. "Man weiß inzwischen, dass der Prozess der Wundheilung am besten in einem feuchten Wundmilieu funktioniert", so Tobias Görge, Hautarzt an der Uniklinik in Münster. "Man kann zusätzlich ein Wundgel auftragen, das die Heilung beschleunigt."

Oberflächliche Wunden schließen sich schnell, täglich um ein bis zwei Millimeter. Damit die neu gebildeten Zellen nicht wieder aufreißen, etwa an den Fingern, gibt es besondere Pflaster - sogenannte Fingerstrips, die jede Bewegung mitmachen. Standardpflaster eignen sich für alle Bagatellverletzungen. Bei Meterware kann man die Größe je nach Wunde individuell anpassen, sie muss aber möglichst staubfrei gelagert werden, ansonsten verschmutzt die Wundauflage und die Pflaster kleben schlecht.

Universal- oder Sensitiv-Pflaster?

Pflaster ist nicht gleich Pflaster, Unterschiede gibt es etwa bei der verwendeten Klebemasse. "Pflaster mit besonders starken Klebeeigenschaften bestehen meist aus Kautschuk, dazu gehören auch Universalpflaster. Sensitiv-Pflaster bestehen aus Polyacrylat, sie sind hypoallergen und hautfreundlich, weil sie sich schmerzlos ablösen lassen", erklärt Apothekerin Imke Düdder. Steril abgepackte Pflaster sind vor allem bei entzündeten Wunden oder nach kleinen Operationen notwendig.

Wichtig: Pflaster müssen richtig gelagert werden, nicht zu warm und feucht im Badezimmer, sondern besser im Schlafzimmer. Sonst leiden die Klebeeigenschaften. Außerdem haben Pflaster ein Verfallsdatum. Ist es abgelaufen, sollten sie ausgetauscht werden. Das gilt insbesondere bei sterilen Pflastern, denn nach Ablauf des Verfallsdatums kann die Sterilität nicht mehr gewährleistet werden.

Ein Pflaster in Kreuzform auf einer weißen Fläche. © picture alliance / blickwinkel Fotograf: McPHOTOs

Kleine Pflaster-Kunde

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Ob Schürfwunde, Schnittwunde, kleine Verletzungen: Ein Pflaster ist oft das Mittel der Wahl. Aber welches Pflaster hilft wann am besten?

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Welche Pflaster gehören in die Hausapotheke?

Ärzte und Apotheker empfehlen für die Hausapotheke eine Mischung aus Standard- und Sensitiv-Pflastern für Allergiker sowie einige Spezialpflaster wie Blasen-, Hühneraugen und Heftpflaster. Pflaster mit Silber-Wundauflage können das Infektionsrisiko senken, Sprühpflaster sind einfach in der Handhabung und können schnell aufgetragen werden. Der Preis ist nicht unbedingt ein Maßstab für Qualität - ausprobieren hilft.  

Die Geschichte des Pflasters

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Pflaster gibt es in vielerlei Formen, auch als Wärmepflaster zur Behandlung von Verspannungen.

Pflaster gibt es schon lange. Bereits im Mittelalter wurden Wunden mit Blättern oder Baumbast, später auch mit Leinenfasern bedeckt. Um 1870 kamen in den USA die ersten industriell gefertigten Kautschukpflaster in den Handel. In Deutschland erhielt der Hamburger Apotheker Carl Paul Beiersdorf 1882 das Patent zur "Herstellung von gestrichenen Pflastern", 1922 kamen die ersten Pflaster mit Wundauflage auf den Markt. Heute gibt es Pflaster für ganz unterschiedliche Zwecke - nicht nur um Wunden zu schützen, sondern auch, um dem Körper bestimmte Wirkstoffe zuzuführen oder um Muskelverspannungen gezielt mit Wärme zu behandeln.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Radio-Visite | 18.07.2018 | 09:20 Uhr

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