Stand: 17.06.2019 14:40 Uhr

Gefahr in der Natur: Hantaviren und Leptospiren

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Die Rötelmaus kann das Hantavirus und Leptospiren auf Menschen übertragen.

Eine Infektion mit dem Hantavirus gehört zu den häufigsten meldepflichtigen Viruskrankheiten in Deutschland. Meist wird das Virus bei der Gartenarbeit übertragen, wenn Speichel, Urin oder getrockneter Kot infizierter Mäuse aufgewirbelt und eingeatmet wird - zum Beispiel, wenn man die Terrasse fegt, Kaminholz stapelt oder den Gartenschuppen reinigt.

In Norddeutschland rechnen Experten wegen der größeren Mäusepopulation nach dem milden Winter mit einer starken Zunahme: In Niedersachsen hat sich die Rötelmaus als Überträger des Hantavirus stark vermehrt. Besonders verbreitet ist das Virus in den Regionen um Münster und Osnabrück, im Emsland, aber auch in und um Hamburg. Andere Mäuse wie die nur in Norddeutschland verbreitete Brandmaus können ebenfalls Hantaviren übertragen.

Maus in einem Laborbeutel

Gefahr in der Natur: Hantaviren und Leptospiren

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Das Hantavirus wird oft bei der Gartenarbeit durch Mäusekot übertragen. Eine Infektion kann zu Nierenschäden führen. Rötelmäuse und andere Nagetiere können zudem Leptospiren übertragen.

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Hantavirus: Symptome und Therapie

Bei einer Infektion mit dem Hantavirus kommt es meist zu ungewöhnlich hohem Fieber, Muskel- und Knochenschmerzen. Die Symptome erinnern an eine Virus-Grippe. Wird ein Hantavirus-Infekt nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu einer dauerhaften Nierenschädigung kommen.

Behandeln kann der Arzt nur die Symptome. Durch Flüssigkeitszufuhr werden die Nieren unterstützt, im schlimmsten Fall ist eine Blutwäsche (Dialyse) erforderlich. Eine speziell gegen Hantaviren gerichtete Therapie gibt es nicht. Auch ein Impfstoff ist nicht verfügbar.

Leptospirose: Ähnliche Symptome, ähnliche Übertragung

Leptospiren sind gefährliche Bakterien, die eigentlich in tropischen und subtropischen Ländern vorkommen, aber auch in Deutschland immer wieder zu Erkrankungen führen. Sie werden ebenfalls von Rötelmäusen übertragen, aber auch von anderen Nagetieren. Auch die Leptospirose kann zu einem Nierenversagen führen, die Symptome ähneln der Hantavirus-Infektion. Über kleine Wunden oder Risse in der Haut gelangen die Bakterien in die Blutbahn, bringen das Immunsystem durcheinander und attackieren Nieren, Leber, Herz und Lunge. Mitunter führen sie sogar zu einer Hirnhautentzündung. Anders als die Hantavirus-Infektion lässt sich eine rechtzeitig erkannte Leptospirose aber mit hochdosierten Antibiotika behandeln, um weitere Schäden zu vermeiden.  

So schützen Sie sich vor Hantaviren und Leptospiren

Anstecken kann man sich das ganze Jahr über. Die beste Vorsichtsmaßnahme ist, möglicherweise betroffene Räume wie Keller und Schuppen vor dem Betreten 30 Minuten zu lüften und das Aufwirbeln von Staub durch Befeuchten zu vermeiden. Beim Fegen des Gartenschuppens sollte man immer einen gut abdichtenden Mundschutz und Arbeitshandschuhe tragen.

Experten zum Thema

Dr. Christoph Jüttner, Leitender Arzt
Abteilung Nephrologie
Klinikum Osnabrück GmbH
Am Finkenhügel 1
49076 Osnabrück
www.klinikum-os.de/

Dr. Gunnar Bücker, Nephrologe
Nephrologische Gemeinschaftspraxis
Bischofsstraße 1
49074 Osnabrück
(0541) 326 20 40
www.meine-nierenpraxis.de

Dr. Jens Jacob, Biologe
Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Toppheideweg 88
48161 Münster
www.julius-kuehn.de

Weitere Informationen
Informationen des Robert-Koch-Instituts zu den Erkrankungen
Hantavirus:
www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/Hantavirus/Hantavirus.html
Leptospirose:
www.rki.de/DE/Content/InfAZ/L/Leptospirose/Leptospirose.html

Weitere Informationen
05:17
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Gartenarbeit: Gefahr durch Hantavirus

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Das Hantavirus wird oft bei der Gartenarbeit durch Mäusekot übertragen. Eine Infektion kann zu dauerhaften Nierenschäden führen. So schützen Sie sich vor dem Erreger. Video (05:17 min)

Dieses Thema im Programm:

Visite | 18.06.2019 | 20:15 Uhr

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