Stand: 08.11.2016 15:56 Uhr  | Archiv

Testosteron: Therapie mit Nebenwirkungen

Männer über 40 Jahren können an altersbedingten Beschwerden wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Erektionsstörungen und nachlassendem Geschlechtstrieb leiden. Gegen die Wechseljahre des Mannes wird häufig eine Hormontherapie mit künstlichem Testosteron verschrieben. Doch Ärzte warnen vor möglichen Nebenwirkungen.

Testosteron steuert den Sexualtrieb

Testosteron ist das wichtigste Geschlechtshormon des Mannes. Es wird hauptsächlich in den Hoden gebildet. Die wichtigsten Funktionen:

  • In der Pubertät sorgt das Hormon für die Entwicklung der Geschlechtsorgane. Es steuert die Spermienproduktion und den Sexualtrieb.
  • Testosteron fördert das Wachstum der Körper- und Barthaare, aber nicht der Kopfhaare.
  • Testosteron ist förderlich für den Muskelaufbau.
  • Ein hoher Testosteronspiegel steigert das sexuelle Verlangen (Libido) sowie Antrieb, Ausdauer und Lebenslust, aber auch dominante und aggressive Verhaltensweisen.

Wie hoch ist der normale Testosteronspiegel?

Die Konzentration von Testosteron im Blut liegt bei erwachsenen Männern zwischen 2,4 und 8,3 Mikrogramm pro Liter. Abends ist der Testosteron-Spiegel um etwa 20 Prozent niedriger als morgens. Etwa ab dem 40. Lebensjahr sinkt der Testosteronspiegel jährlich um ein bis zwei Prozent. Meistens bleibt das ohne spürbare Auswirkungen, sodass der Hormonmangel in der Regel nicht behandelt werden muss. Bei Symptomen und klinischem Verdacht ist ein Hormontest Kassenleistung.

Weitere Informationen
Testosteron Test © fotolia Foto:  jarun011

Chat-Protokoll zum Thema Testosteron

Bei Testosteron-Mangel kann eine Hormontherapie sinnvoll sein. Doch bei höheren Dosen können Nebenwirkungen auftreten. Prof. Sven Diederich hat Fragen zum Thema beantwortet. mehr

Ursachen für Hormonmangel

Nur drei bis fünf Prozent der Männer über 60 leiden an einem behandlungsbedürftigen Testosteron-Mangel (Hypogonadismus). Mögliche Ursachen sind

  • Stress
  • Übergewicht
  • Alkohol- und Drogenkonsum
  • Tumore des Hodens oder der Hirnanhangsdrüse

Hormontherapie mit Gel oder Spritzen

Bei einem krankhaften Testosteron-Mangel halten viele Ärzte eine Hormontherapie für sinnvoll. Die Gabe von Testosteron-Gelen oder Depotspritzen kann die Gesundheit und das Wohlbefinden des Patienten unterstützen. Einige Ärzte sind überzeugt, dass Testosteron beim Abnehmen hilft und sich bei Diabetes positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Bei Begleiterkrankungen wie Prostatakrebs und Herzerkrankungen darf Testosteron allerdings nicht eingesetzt werden.

Schwere Nebenwirkungen möglich

Doch je höher die Dosis, umso größer das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen wie Aggressionen, Leberschäden, Unfruchtbarkeit, Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch Todesfälle durch Testosteron-Therapien sind bekannt. Sicherer ist die natürliche Variante: Durch gezielten Sport bildet der Körper bis zu 30 Prozent mehr eigenes Testosteron.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 08.11.2016 | 20:30 Uhr

Mehr Gesundheitsthemen

Blutdruckmessgerät. © fotolia Foto: Piotr Adamowicz

Bluthochdruck erkennen und behandeln

Chronischer Bluthochdruck macht kaum Beschwerden, steigert aber das Risiko für eine lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankung. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr