VIDEO: Corona-Virus: Wie groß ist die Gefahr für Geimpfte? (6 Min)

Infiziert trotz Corona-Impfung: Wie häufig sind Impfdurchbrüche?

Stand: 22.09.2021 15:34 Uhr

Einige Menschen erkranken an Covid-19, obwohl sie vollständig geimpft sind. Wie häufig kommen diese Impfdurchbrüche vor, was sind die Gründe dafür und wer ist gefährdet?

Krank trotz Impfung: Je höher die Impfquote in Deutschland, desto häufiger hört man von sogenannten Impfdurchbrüchen. Unter dem Begriff versteht man Fälle, bei denen Menschen sich trotz vollständiger Impfung mit dem Coronavirus infizieren und daran erkranken, also unter Krankheits-Symptome der Infektion zeigen. Nicht als Impfdurchbrüche gelten sogenannte asymptomatische Verläufe bei Geimpften - also Fälle, bei denen sich die geimpfte Person nachweislich infiziert hat, aber keine Symptome zeigt.

Impfdurchbrüche sind in Deutschland bislang selten

Impfdurchbrüche sind selten. Insgesamt 39.228 Fälle sind dem Robert Koch-Institut (RKI) seit 1. Februar 2021 bekannt (Stand 16. September). Allerdings verzeichnet das Institut einen deutlichen Anstieg der Impfdurchbrüche in den vergangenen Wochen. Dieser Anstieg lässt sich zum Teil durch die Statistik erklären: Mit höherer Impfquote steigt in Relation auch die Zahl der Impfdurchbrüche, weil mehr Menschen geimpft sind. Das RKI weist zudem darauf hin, dass derzeit die Wahrscheinlichkeit steige, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen, da dieses sich momentan wieder stärker ausbreite.

Relativ am häufigsten traten Impfdurchbrüche laut RKI nach Impfungen mit dem Präparat von Johnson & Johnson auf. Dies könne daran liegen, dass die volle Schutzwirkung bei diesem Präparat etwas später einsetze als bei den anderen Präparaten, so Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Zudem biete die Einmal-Dosis, wie sie bei Johnson & Johnson verabreicht wird, womöglich nur einen zeitlich limitierten Schutz, vermutet Christian Bogdan, Mitglied der ständigen Impfkommission. Außerdem werde der Impfstoff vor allem bei über 60-Jährigen eingesetzt, deren Immunantwort teilweise schwächer sei.

Impfung: Sehr guter Schutz vor schwerem Covid-19-Verlauf

Ein Arzt zieht eine spritze mit einem Impfstoff aus einem medizinischem Fläschchen auf. © imago images/Bihlmayerfotografie
Impfungen versprechen einen hohen Schutz vor einer Infektion mit Covid-19.

Laut RKI schützen die in Deutschland eingesetzten Impfstoffe sehr gut vor einer Infektion: Der Impfschutz liege unabhängig vom Impfstoff bei mehr als 85 Prozent. Allerdings verweist das RKI darauf, dass diese Werte nur eine erste Abschätzung darstellten und die Effektivität womöglich überschätzt werde.

Vor allem vor schweren Krankheitsverläufen schützen alle Präparate gut. Das RKI hat ermittelt, dass die Impfung Erwachsenen unter 60 Jahren einen etwa 96-prozentigen und über 60-Jährigen einen 95-prozentigen Schutz vor einer Erkrankung bietet, die auf einer Intensivstation behandelt werden muss.

Corona trotz Impfung: Welche Menschen sind gefährdet?

Impfdurchbrüche können verschiedene Gründe haben, etwa ein sehr schwaches Immunsystem, wie es beispielsweise bei Krebspatienten während einer Chemotherapie der Fall ist oder bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Auch ältere Menschen, deren Immunsystem nicht mehr gut auf Immunisierungen reagiert, können betroffen sein.

Wann müssen vollständig Geimpfte in Quarantäne?

In der Regel müssen vollständig Geimpfte nach Kontakt mit einem Infizierten nicht in Quarantäne, sondern nur darauf achten, ob sie in der Folgezeit Covid-19-typische Symptome verspüren und sich isolieren, falls diese auftreten. Die Entscheidung, ob jemand trotz Impfung in Quarantäne muss, liegt aber letztlich beim zuständigen Gesundheitsamt. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Unabhängig vom Impfstatus gilt: Wer sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat und bei dem ein positiver PCR-Test vorliegt, muss sich in Quarantäne begeben.

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