Stand: 05.09.2017 09:48 Uhr  | Archiv

Heilpflanzen aus dem Wald zubereiten

Im Wald wachsen Pflanzen, die nicht nur essbar sind, sondern auch heilsame Wirkung entfalten können. Die Vielfalt an Blättern, Wurzeln, Kräutern und Pilzen ist fast unerschöpflich. Wirkstoffe stecken in Pflanzen wie Lindenblüten, Giersch, Knoblauchrauke, Birkenblättern, Brennnesseln, Waldengelwurz, Waldmeister und Rosskastanie.

Lindenblüten für Herz, Haut und Schleimhäute

Von der Linde stammt das Wort Linderung. Und das zu Recht: Lindenblütentee stärkt das Herz und gehört zu den beliebtesten Hausmitteln bei Erkältungen. Die in Lindenblüten enthaltenen Schleimstoffe können bei trockenem Reizhusten Mund und Rachen beruhigen. Außerdem ist kalter Lindenblütentee gut für die Haut, lindert Sonnenbrand und kleinere Hautirritationen - einfach mit einer Sprühflasche auf die Haut auftragen.

Giersch und Knoblauchrauke für die Niere

Giersch wird unter Kräuterhexen auch Zipperleinskraut genannt. Er schmeckt wie Petersilie, enthält Vitamine und viel Kalium. Giersch fördert die Nierentätigkeit und reinigt das Blut. Die Knoblauchrauke schmeckt nach Knoblauch, wirkt leicht harntreibend und senkt den Blutzucker.

Zusammen mit Lindenblättern werden Giersch und Knoblauchrauke gut gewaschen, fein gehackt und unter Magerquark gerührt, der ansonsten nur mit Salz, Pfeffer und Paprika gewürzt ist. Verfeinert mit ein paar Tropfen Öl und Zitronensaft wird daraus ein leckerer Kräuterquark für eine gesunde Niere.

Birkenblätter und Brennnesseln für gesunde Haare

Birkenblätter enthalten ätherische Öle, durchblutungsförderndes Betulin und entzündungshemmende Gerbstoffe. Brennnesseln sind wahre Kraftpakete mit Vitaminen, Kalzium, Magnesium und Eisen. Sie wirken bei zahlreichen Problemen von Bluthochdruck bis Prostatabeschwerden. Auch bei Haarausfall und Schuppen sollen Brennnesseln helfen.

Für ein Haarwasser aus Birken- und Brennnesselblättern wird das frische Grün wie Tee aufgebrüht. Im Anschluss 30 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Ein- bis zweimal täglich in die Kopfhaut einmassiert, soll das Wässerchen gegen Schuppen helfen und sogar den Haarwuchs ankurbeln. Allerdings kann Birkenwasser die Farbe sehr heller Haare beeinflussen.

Waldengelwurz fördert die Verdauung

Der bittere Extrakt der Angelikawurzel (Waldengelwurz) regt die Produktion von Magensäure an. Auch die Galle und die Verdauungssäfte der Bauchspeicheldrüse werden gefördert. Aber Vorsicht: Der Engelwurz ist leicht mit dem giftigen Schierling zu verwechseln. Wer sich nicht ganz sicher ist, sollte Engelwurz lieber in der Apotheke kaufen und nicht wild ernten.

Für einen Engelwurz-Extrakt werden die Wurzelstückchen mit hochprozentigem Alkohol, zum Beispiel weißem Rum, übergossen. Der Auszug muss sechs Wochen ziehen, danach wird die Flüssigkeit zum Beispiel durch einen Kaffeefilter in ein Schraubglas abgeseiht. Zehn Tropfen auf ein Glas Wasser nach einem reichhaltigen Essen genügen, um das Völlegefühl zu lindern.

Waldmeister verdünnt das Blut und beruhigt

Der Waldmeister ist reich am Blutverdünner Cumarin. Außerdem wirkt er beruhigend, hilft bei Schlafstörungen und innerer Unruhe. Wer bereits Blutverdünner einnimmt, darf Waldmeister nicht verwenden. Die Blätter werden grob gehackt und mit reichlich Waldhonig übergossen. Schon ein Teelöffel der süßen Medizin soll beruhigend wirken.

Rosskastanie gegen Krampfadern

Rosskastanien enthalten ein komplexes Gemisch von sogenannten Saponinen. Sie dichten Gefäßwände ab und verhindern dadurch Wasseransammlungen im Gewebe. Bei Krampfadern und schweren Beinen sorgt eine Rosskastanien-Tinktur zum Einreiben für Linderung. Dafür werden Rosskastanien klein geschnitten und mit hochprozentigem Alkohol übergossen. Nachdem der Auszug eine Weile gezogen hat, kann er zum Einreiben der Krampfadern verwendet werden.

Spaziergang im Wald gegen Stress und Krebs

Wer von den gesunden Wirkungen des Waldes profitieren möchte, muss nicht unbedingt Pflanzen ernten. Denn auch das Spazieren allein ist gesund: Im Wald sinken Blutdruck, Herzfrequenz und auch der Pegel des Hormons Adrenalin. Studien zeigen, dass Gehen im Wald die körpereigenen Krebs-Killerzellen aktiviert - eine Wirkung, die noch mindestens sieben Tage nach dem Spaziergang anhält.

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Dieses Thema im Programm:

Visite | 05.09.2017 | 20:15 Uhr

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