Stand: 12.08.2019 09:51 Uhr

Gefährliche Mangelernährung bei Senioren

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Ab 70 Jahren senkt ein Gewichtsverlust die Lebenserwartung.

Einen schleichenden Gewichtsverlust im Alter halten viele Menschen für normal. Gehen jedoch  deutlich mehr als 500 Gramm Körpergewicht pro Jahr verloren, verbirgt sich hinter dem Abbau von Körpermasse meist eine Mangelernährung. Auf internistischen Abteilungen deutscher Krankenhäuser weist jeder vierte Patient Zeichen einer mäßigen bis schweren Mangelernährung auf. Ab 70 Jahren senkt ein Gewichtsverlust, anders als in jüngeren Jahren, nicht das Krankheitsrisiko, sondern die Lebenserwartung.

Folgen einer Mangelernährung

Im Alter sinkt mit Einschränkung der Beweglichkeit zwar der Energiebedarf des Körpers, nicht aber der Bedarf an Nähr- und Vitalstoffen. Deshalb sind auch Senioren auf eine gesunde, ausgewogene und vielseitige Nahrung angewiesen. Bei einer unzureichenden Ernährung ändert sich die Körperzusammensetzung durch die unzureichende Versorgung mit Nährstoffen. Die Folgen:

Viele Senioren sind gefährdet

Patienten mit Krebserkrankungen, chronischen Darm-, Leber-, Herz- und Lungenerkrankungen, Rheuma, Demenz oder psychiatrischen Erkrankungen haben ein besonders hohes Risiko, eine Mangelernährung zu entwickeln. Häufige Ursachen sind aber auch schlecht sitzende Zahnprothesen und Schluckbeschwerden, zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder bei einer Nervenerkrankung. Die Patienten sind - oft nur vorübergehend - nicht mehr in der Lage, ohne Würge- und Brechreize feste Nahrung zu essen. Mit spezieller Trinknahrung und pürierten Lieblingsspeisen lässt sich dieses Problem aber lösen, und die Betroffenen nehmen wieder zu.

Schätzungsweise jeder dritte Bewohner in einem Alten- und Pflegeheim hat Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken, doch nur wenn die Betreuer das Problem erkennen, kann die Küche darauf reagieren und kleine Portionen aus reichhaltigen Zutaten anbieten. Wichtig: Auch pürierte Kost sollte appetitlich aussehen, sonst schwinden der Appetit und die Lust am Essen.

Warme Mahlzeit gehört auf täglichen Speiseplan

Auf den täglichen Speiseplan gehören eine warme Mahlzeit, eine Portion Obst, eine Portion Gemüse oder Salat, ein Glas Milch (ersatzweise Joghurt, Quark oder Käse), eine Scheibe Vollkornbrot, ein Liter Flüssigkeit sowie ein Stück Fisch, Fleisch oder Eier. Als gesundes Extra für Senioren sind zerkleinerte Nüsse, Studentenfutter, Trockenobst oder Früchteriegel gut geeignet, die immer griffbereit stehen sollten. Eine Spätmahlzeit vor dem Zubettgehen erleichtert das Zunehmen.

Senioren sollten nicht allein essen

Auch im privaten Umfeld wird Mangelernährung oft erst spät entdeckt. Nicht selten lässt der Appetit nach, wenn der Geschmackssinn immer schwächer wird und schließlich auch das Nachwürzen nicht mehr funktioniert. Typische Zeichen einer Mangelernährung sind neben starkem Gewichtsverlust eine trockene Haut und schlecht sitzende Prothesen. Erst auf Nachfragen geben viele Betroffene zu, sich nicht mehr selbst richtig versorgen zu können.

Neben nachlassendem Appetit spielen in vielen Fällen auch Einsamkeit und ein ungeregelter Tagesablauf eine wichtige Rolle. Deshalb sollten Senioren möglichst nicht allein essen. Wer im Alter Gewicht verliert und den Eindruck hat, sich selbst nicht mehr richtig zu ernähren, sollte darüber mit dem Hausarzt sprechen oder eine Ernährungsberatung aufsuchen, um diese Entwicklung rechtzeitig zu stoppen. Auch Angehörige sollten sich nicht scheuen, das Problem anzusprechen. Um den Gewichtsverlust rechtzeitig zu bemerken und einzuschätzen, sollten ältere Menschen mindestens einmal im Monat ihr Gewicht kontrollieren.

Tipps für die Ernährung im Alter

  • Obst mit einem Schuss Sahne pürieren.
  • Gemüse als Saft - zum Beispiel Tomatensaft oder Möhrensaft - zu sich nehmen.
  • Avocados sind reichhaltig, dazu schmeckt auch ein Löffel Crème fraiche.
  • Oliven in die Tomatensuppe geben.
  • Getrocknete eingelegte Tomaten und andere mediterrane Gemüse in Olivenöl essen.
  • Bei Milchprodukten zur fetten Variante greifen: 3,5 Prozent Fett in der Milch, Sahnejoghurt oder Rahmkäse.
  • Käsewürfel für Zwischendurch hinstellen.
  • Aufläufe aus kleingeschnittenen Kartoffeln und Gemüse mit Sahne und Käse überbacken.
  • Magere Fleischprodukte wie Schinken oder Geflügel mit Käse überbacken.
  • Suppen anreichern mit einem Schuss Öl, Sahne oder Crème fraiche. Auch Brotcroutons oder Sonnenblumenkerne verfeinern das Essen.
  • Für Zwischendurch: Fein gehackte Nüsse, besonders Walnüsse, mit Sahnejoghurt und einem Löffel Honig oder Trockenobst, Pflaumen, Aprikosen, Datteln und Feigen.
  • Abends vor dem Zubettgehen Quarkspeise mit feinen Haferflocken und Honig essen.
  • Milchreis oder Grießbrei mit püriertem Obst oder Kompott anreichern.
  • Milchmixgetränke, zum Beispiel Bananenmilch, mit einem Schuss Sahne verfeinern.
  • Zum Frühstück ein Ei essen.
  • Studentenfutter mit Rosinen bereitstellen.

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Visite | 12.08.2019 | 21:00 Uhr

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