Stand: 17.02.2020 14:38 Uhr  - Visite

Gaming für Senioren: Spiele trainieren das Gedächtnis

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Computerspiele machen Spaß und halten das Gehirn fit.

Mit Computerspielen können ältere Menschen ihr Gedächtnis trainieren. Die Spiele halten das Gehirn auf Trab: Sie sorgen für Freude und vor Abwechslung, die Spieler erleben immer neue Herausforderungen. Dadurch fördern sie die Gedächtnisleistung.

Neurowissenschaftler haben im Tierversuch gezeigt, dass ein durch Erlebnisse trainiertes Gehirn besser mit altersbedingten Gedächtnisproblemen fertig wird. Bis ins hohe Alter wachsen Nervenzellen im Hippocampus nach, wenn das Gehirn durch neue Reize stimuliert wird.

Gaming für Senioren: Spiele trainieren das Gedächtnis

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Mit Computerspielen können ältere Menschen ihr Gedächtnis trainieren. Laut Tests kann Gaming im Alter sogar die Folgen eines Bewegungsmangels für das Gehirn ausgleichen.

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Hippocampus: Schaltstelle im Gehirn

Der Hippocampus ist ein Bereich im Gehirn, in dem die Informationen verschiedener Sinne zusammenfließen, verarbeitet und zur Hirnrinde weitergeleitet werden. So ist er entscheidend für die Bildung neuer Erinnerungen und die Überführung von Gedächtnisinhalten aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. Jede Hirnhälfte hat einen Hippocampus.

Der Hippocampus passt sich an aktuelle Herausforderungen an. Denn das Gehirn ist keine starre Struktur, sondern verändert sich laufend mit unseren persönlichen Erfahrungen, zum Beispiel durch Bildung und Vernetzung neuer Nervenzellen.

PC-Spiele wirken positiv auf die Hirnstruktur

Kognitive Tests und Kernspin-Untersuchungen des Gehirns zeigen, dass sich Computerspiele gut als Herausforderung für Senioren eignen und zumindest im Gehirn die Folgen eines Bewegungsmangels kompensieren können.

Körperliche Bewegung hat sich bei der Vorbeugung und Behandlung von Demenzerkrankungen als hilfreich erwiesen. Computerspiele haben ähnliche Effekte auf die Hirnstruktur, obwohl sich die Betroffenen kaum bewegen. Sie führen ebenfalls zu einer Vergrößerung des Hippocampus. Die im Spiel enthaltenen Herausforderungen bilden sich nach einer gewissen Trainingsphase in den dafür relevanten Bereichen des Gehirns ab.

Entscheidend ist, dass die Spieler eine dreidimensionale Vorstellung entwickeln, sich also im virtuellen Raum bewegen. Für ihr Gehirn ist es dann egal, ob sie mit echter oder virtueller Bewegung trainieren - der Hippocampus wächst und damit auch die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses.

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Experten zum Thema

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Gallinat, Klinikdirektor
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Zentrum für Psychosoziale Medizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
www.uke.de

Prof. Dr. Gerd Kempermann, Gruppenleiter und Standortsprecher
Adulte Neurogenese
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)
Tatzberg 41
01307 Dresden
www.dzne.de

Weitere Informationen
RetroBrain R&D GmbH
www.retrobrain.de
Entwickler der eingesetzten Computerspiele

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Visite | 18.02.2020 | 20:15 Uhr