Stand: 19.04.2016 16:21 Uhr  | Archiv

Facharztsuche: Wie funktioniert die Hotline?

Eine Frau hält eine Telefon in der Hand.
Nicht für alle Facharzttermine benötigt der Patient eine Überweisung, um den Terminservice in Anspruch nehmen zu können.

Seit Anfang des Jahres sollte die Terminnot bei Fachärzten ein Ende haben. Das sogenannte Versorgungsstärkungsgesetz verpflichtet seitdem die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen, jedem gesetzlich Versicherten innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zu vermitteln.

Wie kann man den Terminservice nutzen?

Voraussetzung ist, dass man zuvor vom Hausarzt einen entsprechenden Überweisungsschein mit einem Buchstaben- und Zahlencode erhalten hat. Aber nicht für alle Facharzttermine benötigt der Patient eine Überweisung, um den Terminservice in Anspruch nehmen zu können. Für einen Termin bei zum Beispiel Augenarzt oder Frauenarzt kann man sich direkt an die Terminservicestelle wenden. Der Anlass muss immer ein dringlicher sein, ausgeschlossen sind Bagatellerkrankungen, Routine- und Vorsorgeuntersuchungen.

Der Weg zum vermittelten Arzt darf in der Regel maximal 30 Minuten länger sein als bis zum nächstgelegenen Fachkollegen. Das gilt für Termine beim Augenarzt, Frauenarzt, Hautarzt, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Neurologen, Orthopäden, Urologen und Chirurgen. Für bestimmte Spezialisten, etwa Radiologen, gilt die Zeit bis zum nächstgelegenen Facharzt plus 60 Minuten. Kann diese zumutbare Zeitgrenze nicht eingehalten werden, muss die Terminservicestelle einen Behandlungstermin in einem Krankenhaus anbieten. Hinweise zu den jeweils geltenden Regelungen gibt die Kassenärztliche Bundesvereinigung.

Keine Vermittlung an Wunscharzt

Die Überweisung des Hausarztes gilt nur für das Bundesland, in dem der Versicherte  lebt. Eine Vermittlung von Arztterminen in benachbarten Bundesländern ist damit nicht möglich. Und: Über die Hotline erfolgt keine Vermittlung eines Wunschtermins bei einem bestimmten Arzt. Stichproben von Visite haben gezeigt: Die Terminvergabe in allen vier norddeutschen Bundesländern funktioniert. Wenn es allerdings zu wenige niedergelassene Ärzte einer Fachrichtung gibt, zum Beispiel Rheumatologen, kann auch die Hotline nicht helfen.

Termine an Brückentagen und in der Ferienzeit besser zu bekommen

Grundsätzlich sollte man bei den Terminservicestellen unbedingt angebotene Termine annehmen und dann bei dem vermittelten Arzt seine Telefonnummer hinterlassen für den Fall, dass jemand vorher absagt. Ein Tipp: Versuchen Sie Ihr Glück an Brückentagen und in der Ferienzeit. Zwar sind dann auch die Praxen dünner besetzt, aber überdurchschnittlich viele Patienten sagen an diesen Tagen aufgrund von Spontanreisen langfristig vereinbarte Termine ab.

Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen

Hamburg: (040) 55 55 38 30
Schleswig-Holstein: (04551) 30 40 49 31
Niedersachsen: (0511) 56 99 97 93
Mecklenburg-Vorpommern: (0385) 743 18 77
Bremen: (0421) 98 88 58 10

Interviewpartner im Beitrag:

Joachim Kurzbach
Facharzt für Innere Medizin
Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin & hausärztliche Versorgung
Dr. Vogt & Kurzbach
Rahlstedter Bahnhofstraße 25, 22143 Hamburg
Tel. (040) 677 32 29, Fax (040) 677 27 26
Internet: www.praxis-rahlstedt.de

Dr. Frank Stüven
Facharzt für Allgemeinmedizin
Ameisweg 6
21035 Hamburg-Bergedorf
E-Mail: praxis.stueven@web.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 19.04.2016 | 20:15 Uhr

Mehr Gesundheitsthemen

Eine Ärztin im Gespräch mit einem Patienten. © imago images / Westend61

Arztsuche: Welche Faktoren sollten Patienten beachten?

Die Erwartungen sind unterschiedlich. Welche Faktoren zählen und wie zuverlässig sind Bewertungsportale im Internet? mehr

Lachs, Gemüse, Nüsse, Beerenfrüchte und Öl auf Holztisch. © fotolia.com Foto: aamulya

Ernährung bei Bluthochdruck: Diese Lebensmittel helfen

Abwechslungsreiche Kost aus der mediterranen Küche hilft, den Blutdruck ins Lot zu bringen. Wichtig: dazu viel trinken. mehr

Dr. Anne Fleck untersucht die Hände einer Patientin. © NDR/nonfictionplanet

Wenn die Gelenke schmerzen: Rheuma erkennen und behandeln

Millionen Deutsche leiden unter rheumatischen Krankheiten. Die richtige Ernährung kann helfen, Rheuma zu stoppen. mehr

Grafik eines Darms © Fotolia.com Foto: magicmine

Darmspiegelung: Die Risiken nehmen im höheren Alter zu

Die Darmspiegelung ist eine effektive Form der Krebsvorsorge. Risiken und Nutzen müssen sorgfältig abgewogen werden. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr