Stand: 19.05.2020 14:15 Uhr

Ermüdungsbruch im Fuß: Überlastung vermeiden

Ein Kühlpack auf einem Fuß © fotolia Foto: Dan Race
Kühlung kann den Fußschmerz lindern. Bei einem Ermüdungsbruch hilft auf Dauer nur Schonung.

Ein typisches Symptom für eine andauernde Überlastung im Fuß ist ein stechender Schmerz beim Auftreten, der ganz plötzlich ohne Unfall oder Verletzung auftritt und nur bei Entlastung nachlässt. Der sogenannte Ermüdungsbruch ist im normalen Röntgenbild nicht zu erkennen. Denn anders als der Begriff vermuten lässt, bricht der Knochen nicht durch. Ursachen für einen Ermüdungsbruch können Osteoporose oder übermäßiges Training sein.

VIDEO: Ermüdungsbruch im Fuß: Überlastung vermeiden (6 Min)

Übermäßige Belastung schädigt Knochen

Eine dauerhafte Belastung im Fuß schädigt zunächst die sogenannten Knochenbälkchen. In gesunden Knochen werden kleinere Schäden durch Schonung selbst repariert. Bei zunehmender Belastung ohne Erholungsphasen kann sich der Knochen jedoch nicht mehr aufbauen. Schließlich bricht auch die stabile Knochenrinde. Um die erheblichen Schmerzen bei Belastung zu vermeiden, ändern Betroffene ihren Gang. Die Schonhaltung kann das Knie schädigen.

Im Gespräch
Orthopäde Dr. Helge Riepenhof.
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Ermüdungsbruch im MRT erkennen

Viele Ermüdungsbrüche werden lange nicht erkannt. Sie treten oft bei älteren Menschen auf, aber auch bei jungen, sportlich aktiven und sogar bei stark belasteten Profisportlern.

Eine Untersuchung des schmerzenden Fußes im MRT liefert den entscheidenden Hinweis: Typisch für einen Ermüdungsbruch ist eine Flüssigkeitsansammlung im Inneren des Knochens.

Höheres Risiko bei Osteoporose

Bei älteren Betroffenen liegt die Ursache oft weniger in der Überlastung, sondern in einer Osteoporose. Auch ein Mangel an Vitamin D oder Kalzium kann Ermüdungsbrüche begünstigen. Ohne Vitamin D können sich Knochen nicht erneuern: Der Knochen altert schneller und wird bis zu 25 Prozent anfälliger für einen Bruch.

Überlastung beim Sport vermeiden

Auch bei sportlich aktiven Menschen können Ermüdungsbrüche auftreten, wenn sie Schmerzen ignorieren und unverändert weiter trainieren. Selbst der starke Mittelfußknochen kann bei dauerhafter Überlastung brechen. Um das zu verhindern, braucht der Knochen regelmäßig Ruhephasen, auch wenn es Sportlern oft schwerfällt.

Fuß mit Walker und Einlagen entlasten

Zur Entlastung bei einem Ermüdungsbruch eignet sich ein sogenannter Walker: Anders als mit dem klassischen Gips bleiben Betroffene damit mobil, während ihre überlasteten Knochen geschont werden. Das ist wichtig, denn um die Heilung zu unterstützen, muss die Muskulatur in der Schonphase so aktiv wie möglich bleiben, während die Bruchstelle geschützt ist.

Mitunter genügt auch eine feste Einlage, die während der Schonzeit ein Abrollen im Schuh verhindert. Damit der Fuß nach der Schonphase nicht wieder in eine Fehlstellung gerät, lässt sich das Fußgewölbe durch ein spezielles Training (Spiraldynamik) stärken.

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Experten zum Thema

Dr. Helge Riepenhof, Chefarzt
Zentrum für Rehabilitationsmedizin und interdisziplinäre Sportmedizin
BG Klinikum Hamburg
Bergedorfer Straße 10
21033 Hamburg
www.bg-klinikum-hamburg.de

Prof. Dr. Ralf Skripitz, Chefarzt
Zentrum für Endoprothetik, Fußchirurgie, Kinder- und Allgemeine Orthopädie
Roland Klinik Bremen gGmbH
Niedersachsendamm 72/74, 28201 Bremen
(0421) 87 78-357
www.roland-klinik.de

Prof. Dr. Florian Barvencik, Ltd. Oberarzt
Institut für Osteologie und Biomechanik
Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
Lottestraße 59
22529 Hamburg
(040) 74 10-562 42
www.iobm.de

Michael Kriwat, Orthopädietechniker
Kriwat GmbH - Orthopädiekompetenzcentrum
Königsweg 43/45
24114 Kiel
(0800) 66 112 66
www.kriwat.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 19.05.2020 | 20:15 Uhr

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