Stand: 20.02.2017 16:46 Uhr

Erkältung: Medikamente erhöhen Infarktrisiko

Bei einem grippalen Infekt greifen viele zu frei verkäuflichen Medikamenten gegen die Symptome der Erkältung und gegen Schmerzen. Doch diese Mittel sind alles andere als harmlos. So können die Schmerzmittel Ibuprofen und Diclofenac bei einer Atemwegserkrankung eingenommen das Herzinfarktrisiko um 340 Prozent steigern. Das hat eine aktuelle Studie ergeben. Andere Medikamente können zu Magenblutungen führen.

Pflanzliche Mittel gegen grippalen Infekt

Schmerzmittel bei grippalem Infekt meiden

Besonders gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen am Herz:

  • Die Entzündungen, die mit einer Grippe oder Atemwegserkrankung einhergehen, führen wahrscheinlich dazu, dass Engstellen im Herzen instabil werden und aufbrechen können.
  • Die Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac erhöht das Herzinfarktrisiko zusätzlich. Sie hemmen in den Körperzellen die Enzyme Cox-1 und Cox-2, die für die Bewältigung von Schmerzen und Entzündungen zuständig sind. Doch sie beeinflussen auch die Blutgerinnung.

Bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen verschreiben viele Ärzte deshalb lieber Paracetamol als Schmerzmittel. Menschen ohne Vorerkrankungen sollten bei einem grippalen Infekt Schmerzmittel nur dann einnehmen, wenn es wirklich nötig ist, und dann möglichst niedrig dosiert und für kurze Zeit.

Magenblutung durch Kombipräparate

Bei einer Erkältung fragen viele Kunden in der Apotheke nach Kombi-Präparaten wie Aspirin Complex oder Dolormin Speed. Die Hersteller versprechen, dass die Mittel alle Symptome gleichzeitig bekämpfen. Viele Kombipräparate können nicht nur das Herz, sondern auch den Magen angreifen und dort zu Blutungen führen.

Kombipräparate enthalten oft nicht nur Schmerzmittel, sondern auch den aufputschenden Wirkstoff Pseudoephedrin. Die Einnahme kann dazu führen, dass Betroffene nicht bemerken, wie krank sie sind und dann zum Beispiel arbeiten statt sich auszuruhen. Im schlimmsten Fall kann sich der Infekt dadurch verschlimmern und zu gefürchteten Folgen wie einer Herzmuskelentzündung führen.

Kombipräparate für die Nacht enthalten häufig Schlafmittel. Sie können am nächsten Tag zur Gefahr werden. Denn nach der Einnahme darf man 12 bis 15 Stunden nicht Auto fahren. Wer also am Abend ein solches Mittel schluckt, darf am Morgen danach nicht mit dem Auto zu Arbeit fahren - die Mittel haben eine Wirkung wie 0,4 Promille Alkohol im Blut.

Pflanzliche Mittel gegen Erkältung

Mit einem grippalen Infekt sollte man sich am besten ein paar Tage ausruhen. Gegen die Schmerzen können ätherische Öle oder Tee aus Mädesüß, Pfefferminze und Weiderinde helfen. Bei starken Schmerzen sollte man den Arzt oder Apotheker fragen, welches Schmerzmittel im Hinblick auf Vorerkrankungen am ehesten verträglich ist.

Verschiedene Erkältungsmedikamente werden in der Apotheke angeboten

Erkältung: Medikamente erhöhen Infarktrisiko

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Bei einem grippalen Infekt greifen viele zu frei verkäuflichen Medikamente. Doch einige Mittel können das Herzinfarktrisiko erhöhen und zu Magenblutungen führen.

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Interviewpartner

Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Tim Hartwig, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin
Piusallee 30, 48147 Münster
Internet: www.praxis-piusallee.de

Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich, Pharmakologe
Studiengangsleiter Clinical Nutrition
Praxishochschule Rheine
Dutumer Straße 33, 48431 Rheine
Internet: www.praxishochschule.de

PD Dr. Dirk Westermann, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Oberarzt Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie
Universitäres Herzzentrum Hamburg GmbH (UHZ)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20146 Hamburg
Internet: www.uke.de

Konrad Harbecke, Apotheker
Jahreszeiten-Apotheke
Catharina-Müller-Straße 2, 48149 Münster
Internet: www.jahreszeiten-apotheke.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 21.02.2017 | 20:15 Uhr

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