Stand: 13.12.2019 15:11 Uhr  - Visite

Die Heilkräfte von Gold, Weihrauch und Myrrhe

Bild vergrößern
Gold, Myrrhe und Weihrauch werden auch heute noch in der Medizin eingesetzt.

Als sich vor über 2.000 Jahren nach biblischer Überlieferung drei weise Männer aus dem Morgenland auf eine weite Reise begaben, trugen sie heilsame Gaben im Gepäck: Sie brachten Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe - die bedeutendsten Arzneimittel der damaligen Zeit. Auch heute noch spielen Myrrhe, Weihrauch und Gold eine Rolle in der Medizin.

Die Heilkräfte von Gold, Weihrauch und Myrrhe

Visite -

Die drei Weisen brachten Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe - die bedeutendsten Arzneimittel der damaligen Zeit. Spielen sie auch in der heutigen Medizin noch eine Rolle?

4,4 bei 5 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Myrrhe beruhigt die Schleimhäute

In der Bibel wird die Myrrhe besonders oft erwähnt. Als Allheilmittel sollte sie die Wundheilung unterstützen und bei inneren Leiden helfen - als Salbe oder gelöst in einer Tinktur. Vor 2.000 Jahren wurde Myrrhe vor allem äußerlich angewendet, als Salböl gegen Husten und Bauchschmerzen.

Heute ist Myrrhe als traditionelles pflanzliches Heilmittel zugelassen und in Kapseln, Zahncremes, Tinkturen und Tabletten erhältlich. Zahnärzte empfehlen die Anwendung bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, da Myrrhe die Schleimhäute abschwellen lässt und die Heilung fördert. Aus diesem Grund wird sie auch bei entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt. Myrrhe-Rauch wird in der Aromatherapie eingesetzt, hat aber keine medizinische Wirkung.

Weihrauch in der ayurvedischen Medizin

Eng verwandt mit der Myrrhe ist der Weihrauch. Er wird in der heißesten Jahreszeit geerntet: Mit tiefen Schnitten wird die Rinde der Weihrauchbäume eingeritzt. Ein Balsam tritt aus, der an der Luft zu Harz erhärtet. Der größte Teil wird in Äthiopien, Somalia, Indien und im Oman geerntet. Zehn Tonnen davon verbrennen jährlich in deutschen Kirchen - als Symbol für die Gebete, die zum Himmel aufsteigen.

Weihrauch aus Somalia enthält besonders viel Öl und ist begehrt in der Parfümindustrie. Der teuerste Weihrauch kommt aus Indien: Er wird besonders in der ayurvedischen Medizin in Indien verwendet und hat dort als Entzündungshemmer immer noch einen hohen Stellenwert.

Weihrauch: Boswellia-Säure lindert Entzündungen

Neben ätherischen Ölen enthält Weihrauch sogenannte Boswellia-Säuren, die den Teil der weißen Blutkörperchen blockieren, der für chronische Entzündungen verantwortlich gemacht wird. Deshalb wird Boswellia-Säure schon seit langem zum Beispiel gegen Gelenkrheuma eingesetzt, oder auch gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.

Norddeutsche Forscher fanden heraus, dass Weihrauch deshalb bei schweren Krankheiten wie der chronischen Darmentzündung Morbus Crohn oder auch bei Multipler Sklerose helfen könnte. Bei Multiple-Sklerose-Schüben wirkt Boswellia-Säure genauso antientzündlich wie Kortison, hat aber weniger Nebenwirkungen.

Doch bislang reichen weder die existierenden Studien, noch die zur Verfügung stehenden Mittel, um Weihrauch als Medikament auf den Markt zu bringen. So ist er nicht als Arzneimittel zugelassen, sondern darf nur als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden.

Warnung vor Weihrauch aus dem Internet

Da Weihrauch aber wie ein Medikament wirken kann, warnen Experten vor Tabletten, Cremes und Ölen aus dem Internet, denn hier fehlen Studien ebenso wie eine verlässliche Dosierung oder Untersuchung von Neben- und Wechselwirkungen. Die Anbieter müssen nicht einmal nachweisen, wie ein Extrakt hergestellt wird und welche Dosis er tatsächlich enthält.

Gold als medizinisches Heilmittel

Gold wurde schon im Altertum als medizinisches Heilmittel empfohlen. So sollte die Einnahme von Goldspänen zum Beispiel das Herz stärken. Auch heute noch ist Gold ein zugelassenes Arzneimittel, zum Beispiel organische Goldverbindungen bei sehr schmerzhaftem Gelenkrheuma. Zwar gibt es inzwischen wirkungsvollere Medikamente, doch wenn es dabei zu Unverträglichkeiten kommt, greifen Mediziner auf die Goldpräparate zurück.

Aber auch die Goldpräparate haben eine sehr hohe Nebenwirkungsrate, belasten vor allem Nieren und Leber. Auch deshalb wird Gold zum Einnehmen nur noch sehr selten verschrieben.

In der Zahnmedizin hat Gold einen festen Platz als Material für Zahnersatz wie Inlay, Krone oder Brücke. Da Gold vom Körper nur selten abgestoßen wird, könnte es auch eine geeignete Beschichtung für Medizinprodukte wie zum Beispiel Katheter sein.

Kolloidales Gold besteht aus winzigen Goldpartikeln, die mit Wasser vermengt und immer wieder gegen Krankheiten wie Alzheimer, Depressionen oder Impotenz angeboten werden. Eine Wirksamkeit der teuren Getränke konnte aber nie belegt werden.

Weitere Informationen

Aromatherapie: Mit Düften heilen

Wir riechen nicht nur mit der Nase, sondern mit jeder Zelle unseres Körpers. Düfte lassen sich gezielt in der Therapie einsetzen, vielleicht sogar bei Krebs. mehr

Wenn chronische Entzündungen krank machen

Chronische Entzündungen können womöglich zu schweren Erkrankungen wie Herzschwäche, Krebs und Alzheimer führen. Einen entscheidenen Einfluss hat offenbar die Ernährung. mehr

Krebs: Wann ist Naturheilkunde sinnvoll?

Als Ergänzung zur Schulmedizin hoffen viele Krebskranke auf Therapien aus der Naturheilkunde. Wann sind die Verfahren der komplementären Krebsmedizin sinnvoll? mehr

Experten zum Thema

Lena Hocke, Apothekerin
Privilegierte Adler Apotheke
Wandsbeker Marktstraße 73
22041 Hamburg
www.adler-apotheke-hh.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 17.12.2019 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

08:33
Mein Nachmittag
09:31
Mein Nachmittag