Stand: 23.08.2019 09:28 Uhr

Wein im eigenen Garten anbauen

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Wein ist eine mediterrane Pflanze, gedeiht aber auch in Norddeutschland.

Er ist dekorativ, spendet Schatten und wirft mit etwas Geschick jedes Jahr schmackhafte Trauben ab: Wer Wein, also die sogenannte Edle Weinrebe, pflanzen möchte, kann sein Glück auch in Norddeutschland probieren. Für den heimischen Garten eignen sich vor allem Tafeltrauben, die speziell für den Verzehr gezüchtet wurden und die besonders frosthart sind. Viele Sorten sind zudem kernlos. Empfehlenswert sind beispielsweise "Lakemont", "Phoenix" und "Vanessa".

Grüne Weintrauben an einer Weinrebe.

Rankgerüste für Kübel-Weinreben anbringen

Mein Nachmittag -

Weinreben gedeihen auch im Kübel, vorausgesetzt, das Gefäß ist groß genug. Fernsehgärtner Ole Beeker zeigt, wie man solche Kletterhilfen selbst zusammenbaut und richtig fixiert.

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Zu den typischen Krankheiten der Pflanze zählt Mehltau. Deshalb sollte man Kauf außerdem darauf achten, dass die Sorte mehltauresistent ist. Manche Züchtungen haben eine besonders schöne Herbstfärbung, beispielsweise "Regent".

Wein in Südlage an einer Hauswand pflanzen

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Die Veredelungsstelle dieser Weinrebe ist mit Wachs ummantelt. Sie soll nachdem Einpflanzen gerade eben aus der Erde herausragen.

Der Frühsommer ist der beste Zeitpunkt zum Pflanzen, eine Pflanzung im Herbst ist aber ebenfalls möglich. Wein sollte immer in Südlage, möglichst vor einer Steinmauer oder Hauswand, gepflanzt werden. Die Steine speichern die Wärme und schützen die Pflanze auch nachts vor Kälte. Ein Spalier hilft der Pflanze beim Ranken. Den Wein so einpflanzen, dass er leicht geneigt Richtung Rankhilfe wächst. Das Pflanzloch sollte etwa 50 Zentimeter tief und die Erde gelockert sein. Die Veredelungsstelle darf nicht mit eingepflanzt werden, sollte aber nur gerade eben aus der Erde herausragen. Nach dem Einpflanzen kräftig gießen. Als Dünger ist Kompost ideal.

Dekorativ auf Balkon und Terrasse: Wein im Kübel pflanzen

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Stilecht: Weinreben wachsen gut in alten Weinfässern.

Edle Weinreben und auch Kletterpflanzen wie Wilder Wein gedeihen auch im Kübel, sofern das Pflanzgefäß groß genug ist. Empfehlenswert ist ein Volumen von etwa 100 Liter pro Pflanze. Ausgesprochen dekorativ ist es, Weinreben in ein altes Weinfass zu pflanzen. Diese fassen in der Regel etwa 220 Liter und bieten somit sogar Platz für zwei Pflanzen. Vorteil der großen Gefäße: Im Winter friert die Erde nicht so schnell durch, sodass die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Im Sommer kann die Erde genügend Feuchtigkeit und Nährstoffe speichern. Außerdem ist so ein schweres Fass stabil genug, um bei Sturm nicht umzukippen.

Damit überschüssiges Wasser abfließen kann, benötigt der Boden des Fasses mehrere Löcher. Eine Drainageschicht, etwa aus Kies oder Blähton, sorgt zusätzlich dafür, dass keine Staunässe entsteht. Mit Hilfe von einem Rankgerüst oder Spalier, das am Fass verschraubt wird, können die Weinranken auch eine ganze Hauswand erklimmen.

Triebe zurückschneiden und Reben kürzen

Wer eine reiche Ernte einfahren will, sollte Wein im Juni beschneiden. Gerade im unteren Teil der Pflanze, um die Wurzel herum, sollten die Triebe vom Weinstock entfernt werden. Wenn sich die Pflanze etwas weiter ausbreiten soll, zwei schöne Triebe stehen lassen und alles andere abschneiden. Weiter oben sollten sich inzwischen die ersten Reben gebildet haben. Dort muss ein wenig ausgedünnt werden.

Pro Trieb werden zwei Fruchtstände stehen gelassen, darüber verbleiben zudem noch ein bis zwei Blätter. An dieser Stelle den Trieb mit einer Gartenschere abschneiden. Nur so hat die Pflanze in unseren Breiten genug Kraft, um große und schmackhafte Trauben auszubilden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kürzt auch die eigentliche Rebe etwa um die Hälfte ein. Wächst der Wein nur zur Zierde - zum Beispiel als Sichtschutz - kann man ihn einfach wuchern lassen.

Auf Schädlinge und Krankheiten achten

Auch Blätter, die vor den Reben hängen, sollten entfernt werden, denn die Trauben brauchen ausreichend Sonne. Dabei am besten gleich auf Krankheiten oder Schädlingsbefall achten. Blätter, die zum Beispiel weiße Flecken haben, deuten meist auf einen Befall von mikroskopisch kleinen Spinnmilben hin. Diese Blätter ebenfalls entfernen. Diese Gartenabfälle gehören nicht in den Kompost, sondern werden verbrannt oder in die Restmülltonne geworfen.

Sind die Blätter gekräuselt und haben braune Flecken, könnte der Wein von Falschem Mehltau befallen sein - einem Pilz, der das Blatt durchdringt. Diese Blätter ebenfalls abknipsen. Vorbeugend empfiehlt es sich, einen Sud aus Ackerschachtelhalm, gemischt mit etwas Netzschwefel, regelmäßig auf die Blätter zu sprühen.

Der richtige Winterschutz für Weinreben

Insbesondere junge Pflanzen benötigen Winterschutz. Dabei sollte vor allem die Veredelungsstelle wie bei Rosen durch Anhäufeln von Erde oder Kompost vor Kälte geschützt werden. Eine Abdeckung mit Tannenreisig sorgt zusätzlich für Schutz. Der Boden kann außerdem mit Stroh oder Vlies vor strengem Frost geschützt werden.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 22.08.2019 | 16:20 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/garten/Wein-im-eigenen-Garten-anbauen,wein149.html

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