VIDEO: Ein Winterquartier für Igel (6 Min)

Ein Igelhaus zum Überwintern bauen

Stand: 22.10.2021 12:42 Uhr

Einen ungestörten Winterschlaf können Igel am besten in einem Laubhaufen oder einem Igelhaus halten. Die Behausung können Naturfreunde mit einfachen Mitteln selbst bauen.

Im Herbst benötigen Igel einen Unterschlupf, in dem sie ihren Winterschlaf halten können. Ein dichter Laubhaufen oder ein Holzstapel in einer ruhigen Ecke des Gartens sind prinzipiell völlig ausreichend. Am besten den Garten nicht komplett aufräumen, sondern ein paar "unordentliche" Stellen lassen - so wie es für einen Naturgarten typisch ist.

Unterschlupf besonders für junge Igel hilfreich

Wichtig ist, dass die Tiere nicht gestört werden. Besondere Vorsicht ist deshalb bei der Gartenarbeit im Herbst geboten, auf den Einsatz von Laubsaugern sollten Naturfreunde verzichten. Wer mag, kann zusätzlich zur natürlichen Behausung ein Igelhäuschen aufstellen. Dieses kann man beispielsweise im Baumarkt kaufen oder ganz einfach selbst bauen. Gerade für junge, unerfahrene Igel sind diese Quartiere eine echte Hilfe, denn sie sind nachgewiesenermaßen noch schlechte "Häuslebauer".

Igelhaus aus Holz, Stein oder Obstkiste bauen

Igelhaus von oben © NDR
Ein Trennelement in der Behausung bietet extra Schutz.

Ein Igelquartier für den Winter sollte ungefähr 30 mal 30 Zentimeter Grundfläche haben, etwa 30 Zentimeter hoch sein und einen etwa acht bis zehn Zentimeter großen Eingang haben - nicht größer, damit Hunde oder Katzen nicht hinein können. Nach unten ist es offen. Für ein Steinhaus kann man Natur-, Beton- oder Ziegelsteine verwenden. Idealerweise gibt es im Eingangsbereich noch ein Element, das den "Flur" vom Schlafbereich trennt und so extra Schutz vor dem Eindringen größerer Tiere bietet. Als Dach einfach ein Brett oder eine Gehwegplatte auflegen. Auch ein alter Blumentopf oder eine auf den Kopf gestellte Obstkiste eignen sich als Behausung.

Winterquartier von unten vor Feuchtigkeit schützen

Das Innere locker mit Stroh oder trockenem Laub füllen, damit der Igel etwas zum Kuscheln hat. Wer es perfekt machen möchte, gräbt unter dem Igelhaus eine kleine Grube und füllt diese mit Kieselsteinen oder Sand. Der Igel muss auch während des Winterschlafes mal Wasser lassen und geht dafür nicht extra aus dem Haus. Damit sich möglichst wenig Wasser in der Behausung sammelt, den Unterschlupf am besten auf Bretter stellen.

Igelhaus von außen isolieren

Ein Igelhaus im Gebüsch © picture alliance / blickwinkel Foto: F. Hecker
Damit das Igelhaus von innen nicht nass wird, sollte es mit Folie oder Plane abgedeckt werden.

Von außen kann man das Igelhaus mit verschiedenen Materialien isolieren, zum Beispiel mit Grassoden, Reisig, Laub oder Borke. Wer eine alte Obstkiste verwendet, sollte ein Stück Folie direkt auf die Kiste legen, damit die Igelhütte einigermaßen wasser- und winddicht ist. Zum Abschluss noch schwere Steine auf dem Dach platzieren - dann kann dem Igelhaus auch der Wind so schnell nichts anhaben.

Der Eingang sollte zur wetterabgewandten Seite (Süd-Ost) ausgerichtet sein und das Haus möglichst an einem ruhigen, geschützten Platz in einer Hecke oder unter Sträuchern stehen.

Ein Igel im Herbstlaub. © fotolia Foto: kwasny221
AUDIO: Igeln richtig helfen (37 Min)
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Ein Igel im Gras © fotolia Foto: kwasny221

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