VIDEO: Der Traum vom Naturgarten (29 Min)

Naturgarten: So einfach ist ökologisches Gärtnern

Stand: 19.01.2021 13:13 Uhr

Bienenfreundlich, bunt und vielfältig: Mit einfachen Mitteln lässt sich ein Naturgarten gestalten. Tipps für passende Pflanzen, zum Düngen und zur Bekämpfung von Schädlingen.

Ein blühendes Naturparadies, in dem Vögel in den Bäumen singen und Bienen summen - das ist der Wunsch vieler Gartenbesitzer. Ökologisches Gärtnern beginnt bei der Auswahl der Pflanzen.

Heimische Pflanzen bevorzugen

Einheimische Arten bieten Tieren Nahrung und wichtige Unterschlupfmöglichkeiten. Viele Gehölze, darunter Eberesche, Felsenbirne und Kornelkirsche, bieten Singvögeln Nahrung und Nistplätze. Besonders hübsch wirken mehrere verschiedene, zu einer Vogelhecke zusammengepflanzte Gehölze. Das bedeutet nicht, exotische Pflanzen wie Kirschlorbeer oder Rhododendron aus dem Garten zu verbannen. Sie sollten nur nicht die Mehrheit der Pflanzen ausmachen.

Wildbienen und anderen Insekten Nahrung bieten

Bunte Kornblumen © Fotolia.com Foto: doris oberfrank-list
Wildblumenwiesen machen wenig Arbeit und bieten vielen Insekten Nahrung.

Um Wildbienen, Hummeln oder Schmetterlingen Gutes zu tun, sollten im Beet vorwiegend Stauden stehen, die den Insekten Nahrung bieten. Dazu zählen etwa Sonnenbraut oder auch Fetthenne. Blumen mit gefüllten Blüten sind dagegen für die Insekten wertlos, da sie in der Regel keinen Pollen oder Nektar ausbilden. Ideal ist es, eine große Bandbreite insektenfreundlicher Stauden zu pflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Sie bieten den Tieren die ganze Gartensaison über Nahrung - und erfreuen die Menschen mit ihren Blüten.

Eine schöne Alternative zu monotonen Rasenflächen und zugleich eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten sind Wildblumenwiesen. Hierbei darauf achten, möglichst Saatgut aus heimischen Blumensorten zu wählen, die den hiesigen Insekten auch entsprechend Nahrung bieten.

Tieren Unterschlüpfe und Nistplätze im Naturgarten schaffen

Wer nützlichen Insekten wie Wildbienen zusätzlich helfen möchte, kann ihnen geeignete Nistplätze anbieten. Dafür reicht es meist bereits aus, Laubreste oder Strauchschnitt nicht gleich in der Biotonne zu entsorgen, sondern sie beispielsweise in einer entlegenen Gartenecke anzuhäufen.

Dekorativer sind Insektenhotels, die den Tieren Unterschlupf und Nistgelegenheiten bieten. Auch einige Säugetierarten freuen sich über ein Quartier im Garten: So können Naturfreunde etwa Igelhäuser für den Winter anlegen und Fledermäusen spezielle Kästen als Unterschlupf bereitstellen.

Eigener Kompost liefert humose Erde

Kompost © fotolia.com Foto: airborne77
Er ist das "Gold des Gärtners": Kompost ist im naturnahen Garten unverzichtbar.

Kunstdünger oder gar Schädlingsbekämpfungsmittel sind im ökologischen Garten tabu. Damit die Pflanzen trotzdem gut mit Nährstoffen versorgt sind, lohnt es sich, einen eigenen Kompost anzulegen. Aus Gartenabfällen und einem Teil der Küchenabfälle lässt sich so wertvolle, humose Erde gewinnen. Aus Grünschnitt lässt sich eine sogenannte Benjeshecke anlegen. Diese Totholzhecke kann nicht nur als Sicht- und Windschutz dienen, sondern auch als Unterschlupf für die verschiedensten Tiere wie Igel.

Ökologisch düngen mit Jauchen

Für eine Extraportion Nährstoffe kann bei Bedarf verdünnte Pflanzenjauche sorgen. Besonders gut geeignet ist etwa Brennnesseljauche. Alle Jauchen lassen sich sehr einfach selbst herstellen. Auf Torf sollten Hobbygärtner dagegen komplett verzichten, um die Moore zu schützen. Handelsüblicher Gartenerde ist häufig ein großer Anteil Torf beigemischt, der oft aus den baltischen Staaten stammt. Wer Gartenerde kauft, sollte daher unbedingt auf die Angaben auf der Packung achten und nur bei torffreier Erde zugreifen.

Schädlinge natürlich bekämpfen

Schädlinge können auch im ökologischen Garten die Freude an den sorgsam gehegten Pflanzen dämpfen. Je nach Schädling lassen sich die ungebetenen Gäste aber auch auf ökologisch verträgliche Weise vertreiben.

Blattläuse bekämpfen

Blattläuse auf Kapuzinerkresse © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Andrea Warnecke
Nützlinge wie Marienkäfer und Brühen, etwa aus Brennnesseln, sind sehr effektiv im Kampf gegen lästige Blattläuse.

Abhilfe bei Blattläusen etwa schaffen wahlweise Brennnesselbrühe oder ein Sud aus Ackerschachtelhalm. Ebenfalls gut geeignet ist verdünntes Neemöl, das sich auch gegen Schnecken und einige Pilzerkrankungen einsetzen lässt. Sehr wirkungsvoll ist ein Sud aus Rainfarn: Er vertreibt sowohl saugende Insekten wie Blattläuse und Weiße Fliegen als auch Raupen.

Nützlinge im Naturgarten einsetzen

Schadinsekten wie Dickmaulrüssler oder Weiße Fliege lassen sich zudem hervorragend durch Nützlinge in Schach halten. Haben sich nicht bereits von selbst angesiedelt, kann man sie mit Florfliegen und Marienkäfern vertreiben. Die Nutzinsekten sind im Internet erhältlich.

Umweltfreundlicher Pflanzenschutz

Frau besprüht eine Rose im Garten © fotolia Foto: pete pahham
Sude und Jauchen aus Wildkräutern können Schädlinge vertreiben und Pflanzen stärken.

Auch viele Pflanzenkrankheiten, lassen sich mit biologischen Mitteln gut bekämpfen. Leidet eine Pflanze an sogenanntem Falschen Mehltau, hilft hier ebenfalls der Einsatz von Suden aus Ackerschachtelhalm oder Rainfarn. Echter Mehltau, speziell am Rosen, lässt sich mit Milch bekämpfen. Dazu alle paar Tage die Pflanze mit einem Wasser-Milch-Gemisch einsprühen. Wichtig: Zunächst alle befallenen Pflanzenteile entfernen und diese nicht in den Kompost geben, sondern in den Restmüll, um eine erneute Ausbreitung zu verhindern.

Rotkehlchen auf einem Baumstamm. © picture-alliance/dpa Foto: B. Klazenga

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