Stand: 27.08.2020 22:16 Uhr

Natürlicher Sichtschutz: Hecke richtig pflanzen

Eine Hecke aus Hainbuchen © imago Foto: Bernd Schmidt
Hecken - etwa aus Hainbuchen - sind ein natürlicher Sichtschutz.

Als natürlicher Sichtschutz oder als Abgrenzung sind Hecken optimal. Ob Laub- oder Nadelgehölze - das Angebot ist vielfältig. Es reicht von locker wachsenden Hecken (Ziersträucher und Laubgehölze) bis hin zu sehr blickdichten, eher "strengen" Hecken aus Koniferen (Nadelgehölze wie Kiefern, Zypressen und Eibengewächse). Sie bilden durch ihren natürlichen säulenförmigen Wuchs eine klare Begrenzung, können aber mit den Jahren viel Platz einnehmen. Eine weitere Möglichkeit sind Hecken aus Bambus. Wie die meisten Nadelgehölze ist die Pflanze immergrün und schützt entsprechend auch im Winter vor Blicken.

Glanzmispel bildet weiße Blüten

Als immergrüne Heckenpflanze ist auch die Glanzmispel geeignet. Sie gibt es als Strauch, aber auch als Hochstamm. Die winterharte Pflanze kann bis zu drei Meter groß werden und bildet im Frühjahr weiße Blüten aus. Einen weiteren Farbtupfer bilden die rötlichen Blattaustriebe. Die Glanzmispel eignet sich durch ihr kräftiges jährliches Wachstum gut für Hecken, auch auf schmaleren Grundstücken. Das gilt ebenso für typische Heckenpflanzen wie Hainbuchen.

VIDEO: Sichtschutzhecke aus Hainbuchen und Glanzmispeln (10 Min)

Was beim Pflanzen der Hecke zu beachten ist

Garten-Doc Lisa Willers zeigt, welche Tiefe die Hainbuche nicht verträgt. © NDR/nonfiction planet
Hainbuchen dürfen nicht zu tief eingepflanzt werden. Der Wurzelhals muss aus dem Pflanzloch herausschauen.

Zur Pflanzung ist es möglich, entweder einen Graben auszuheben oder Pflanzlöcher für jede einzelne Heckenpflanze zu graben. Wichtig ist, dass die Pflanzlöcher doppelt so groß sind wie die Wurzelballen der neuen Pflanzen. Allerdings gibt es bei der Tiefe unterschiedliche Bedürfnisse der Gewächse. Vielen Pflanzen macht es nichts aus, wenn der Wurzelhals tief im Pflanzloch liegt. Es gibt aber ein paar Pflanzen wie Buchen, die empfindlich sind und sich schnell eingeengt fühlen. Sie dürfen nur bis knapp über den Wurzeln eingepflanzt werden, sonst wachsen sie schlecht. Generell gilt: Die Pflanzen sollten nicht tiefer oder höher eingepflanzt werden, als sie in der Baumschule gestanden haben.

Bei schweren Böden sollten Sand oder Lavagranulat beigemischt und zusätzlich organischer Dünger wie Kompost oder Hornspäne ins Pflanzloch gegeben werden. Auch bei sandigem Boden kann Kompost oder Pflanzerde beigemischt werden.

Nachdem die Gewächse gleichmäßig im Pflanzgraben verteilt sind beziehungsweise im Pflanzloch stehen, alles mit dem Erdgemisch auffüllen und gut festtreten, um Hohlräume zu vermeiden. Insbesondere immergrüne Gewächse müssen ausreichend angegossen werden. Zusätzlich sollte der Pflanzbereich mit Rindenmulch abgedeckt werden, damit der Boden nicht austrocknet.

Pflanzabstand der Hecken beachten

Frisch gepflanzte Hainbuchen bilden eine Hecke. © NDR/nonfiction planet
Hainbuchen haben ein relativ hohes jährliches Wachstum. Die Hecke ist schnell dicht belaubt.

Ausschlaggebend für den Pflanzabstand sind Größe und Verzweigung der neuen Pflanzen. Als Richtwert gilt bei locker wachsenden Hecken ein bis zwei Stück pro Meter, bei Koniferen (Eiben, Lebensbäume, Zypressen) zwei bis drei Stück pro Meter und bei sehr dichten Hecken drei bis fünf Stück je Meter (Liguster, Berberitzen, Kirschlorbeer, Hainbuchen). Bei zu geringem Pflanzabstand schließt sich eine Hecke zwar sehr schnell, aber dabei besteht die Gefahr, dass sie später wegen Lichtmangels innen verkahlt.

Der perfekte Schnitt

Nadelgehölze müssen einmal jährlich, Hainbuchen und andere Laubgehölze zweimal jährlich geschnitten werden. Für bereits gut angewachsene junge Nadelgehölze erfolgt der Schnitt im Juli/August, für bereits entwickelte Laubgehölze im Herbst/Winter. Wer im Frühjahr pflanzt, kann sofort zurückschneiden. Dabei hat ein trapezförmiger Heckenschnitt den Vorteil, dass mehr Licht in die Hecke fällt und sie dadurch weniger verkahlt. Dabei gilt folgende Faustregel: Bei Hecken bis zwei Meter Höhe sollte auf jeder Seite um 20 Zentimeter von der Senkrechten abgewichen werden, bei Hecken von etwa einem Meter Höhe entsprechend um zehn Zentimeter.

Streit mit dem Nachbarn vermeiden

Im Nachbarschaftsrecht der jeweiligen Bundesländer ist vermerkt, welche Grenzabstände bei einer Heckenbepflanzung eingehalten werden müssen. Darüber sollten sich Gartenfreunde also als Erstes informieren, wenn sie Gehölze zur Abgrenzung pflanzen möchten. Wer auf keinen Fall einen Streit riskieren und es noch dazu beim Schneiden der Hecke bequem haben will, sollte in jedem Fall mindestens 30 Zentimeter Abstand vom Nachbargrundstück einhalten. So ist es möglich, um die Hecke herumzugehen, ohne den Nachbarn zu stören.

Beispiele für Heckenpflanzen

  • Thuja/Lebensbaum: Immergrüne Heckenpflanze, sonnen- und halbschattenverträglich, winterhart und immergrün, wind- und stadtklimafest. Bodenansprüche: Optimal sind feuchte, kalkhaltige, humose Böden.

  • Blaue Scheinzypresse (Chamaecyparis columnaris glauca): Immergrüne Konifere, sonnen- und halbschattenverträglich, winterhart und immergrün, wind- und stadtklimafest. Nadeln: blaugrün, schuppenförmig. Bodenbedingung: Keine besonderen Bodenansprüche - optimal sind feuchte, kalkhaltige, humose Böden. Vertragen keine schweren Lehmböden wegen der Gefahr von Staunässe.

  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus Rotundifolia): Immergrüne, kräftig aufrecht wachsende Heckenpflanze mit hellgrünen glänzenden Blättern und geschlossenem Wuchs. Die Wuchshöhe kann bis zu drei oder vier Metern betragen, ist aber auch problemlos auf anderthalb Metern Höhe zu halten. Zuwachs im Jahr circa 30 bis 40 Zentimeter. Das Laub ist eiförmig und immergrün.

  • Buchsbaum (Buxus sempervirens): Immergrüne Heckenpflanze. Buchsbäume können sehr alt werden und sind sehr rückschnittverträglich.

  • Eibe (Taxus Baccata): Winterharte und immergrüne Heckenpflanze. Sehr schnittverträglich und intensive grüne Färbung, auch im Winter. Gedeiht auf fast allen Gartenböden und hat an den Standort keine besonderen Ansprüche.

  • Liguster (Ligustrum ovalifolium): Winterharte und wechselgrüne Heckenpflanze. Sehr schnittverträglich. Gehört zu den preiswertesten Heckenpflanzen. Gedeiht auf normalem humosen bis leicht sandigem Boden. Sonne bis Halbschatten.

  • Hainbuche (Carpinus betulus): Winterharte und pflegeleichte Heckenpflanze. Gedeiht auf fast allen Gartenböden und kommt gut mit Trockenheit zurecht. Hat wenig Ansprüche an den Standort. Verträgt keine Staunässe und benötigt zwei Schnitte im Jahr.

  • (Frasers) Glanzmispel (Photina x Fraseri): Bedingt winterharte und immergrüne Heckenpflanze. Eignet sich nur für Gebiete mit milden Wintern. Bevorzugt nährstoffreiche, durchlässige Böden. Hat im Frühjahr und Sommer einen rotlaubigen Austrieb. Benötigt sonnigen bis halbschattigen Standort.

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Dieses Thema im Programm:

Garten-Docs | 28.08.2020 | 21:15 Uhr

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