Stand: 09.11.2018 08:03 Uhr  | Archiv

Wenn das Gift im Garten wächst

Rote Beeren, blaue Blüten und saftige grüne Blätter - im Garten wachsen viele beeindruckende Pflanzen. Doch nicht jede, die hübsch und harmlos aussieht, ist es auch. Vielmehr gibt es hierzulande einige giftige und zum Teil sehr giftige Pflanzen.

Das sind die giftigsten Gartenbewohner

Viele Pflanzen tragen Giftstoffe in sich, um sich gegen Fressfeinde oder Parasiten zur Wehr zu setzen. Das Problem: Man sieht einer Pflanze nicht an, ob sie giftig ist. Das kann vor allem Kindern zum Verhängnis werden - Pflanzen sind die dritthäufigste Vergiftungsursache bei ihnen.

Als giftig gelten zum Beispiel Kirschlorbeer und Maiglöckchen. Beim Kirschlorbeer enthalten alle Pflanzenteile Giftstoffe, besonders die Blätter und Samen. Beim Zerkauen der Blätter wird Blausäure freigesetzt. Maiglöckchen können Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Es besteht Verwechslungsgefahr mit dem schmackhaften Bärlauch.

Sehr stark giftig sind zum Beispiel Eibe, Roter Fingerhut und Tollkirsche. Letztere ist besonders gefährlich. Schon zwei bis drei Beeren können bei Kindern zu Symptomen wie Herzrasen und Halluzinationen und sogar zum Tod führen. Bei der Gemeinen Eibe sind es neben den roten Beeren auch die Nadeln, die ernsthafte Vergiftungen auslösen können. Auf den Magen schlägt der giftig bis sehr giftige Goldregen, was zu starken Krämpfen führen kann. Bei einigen Gewächsen wie Riesen-Bärenklau oder beim Blauen Eisenhut genügt das bloße Anfassen. Beide verätzen die Haut.

Was ist im Notfall zu tun?

Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte man am besten gleich bei den Experten der Giftinformationszentren um Rat fragen. Sie sind rund um die Uhr erreichbar. Die Nummer - etwa vom Giftinformationszentrum Nord (0551) 19240 - sollte jeder griffbereit haben. Wichtig ist vor allem: Ruhe bewahren. Auf keinen Fall sollte man dem Kind Milch geben, sie verschlimmert den Zustand. Auch nicht zu empfehlen: das Kind zum Erbrechen zwingen.

Kein Grund zur Panik

Generell gibt es aber keinen Grund zur Panik und mit entsprechender Vorsicht können durchaus Giftpflanzen den Garten schmücken. Experten raten jedoch, genau zu gucken, was wo wächst. Und Kinder müssen wissen: Die Natur kann giftig sein, sie sollten daher nichts allein probieren.

Weitere Informationen
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Im Garten lauern Gefahren - von giftigen Pflanzen über riskantes Werkzeug bis hin zu gefährlichen Bakterien. Xenius auf Arte zeigt, wovor sich Hobbygärtner in Acht nehmen sollten. extern

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 09.11.2018 | 16:20 Uhr

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