Stand: 11.05.2017 17:37 Uhr

Wenn das Gift im Garten wächst

Rote Beeren, blaue Blüten und saftige grüne Blätter - im Garten wachsen viele beeindruckende Pflanzen. Doch nicht jede, die hübsch und harmlos aussieht, ist es auch. Vielmehr gibt es hierzulande einige giftige und zum Teil sehr giftige Pflanzen. Das Problem: Man sieht es ihnen nicht an. Das kann vor allem Kindern zum Verhängnis werden - Pflanzen sind die dritthäufigste Vergiftungsursache bei ihnen.

Die giftigsten Gartenbewohner

Sehr stark giftig sind Eibe, Goldregen, Herbstzeitlose, Eisenhut, Riesen-Bärenklau, Maiglöckchen, Roter Fingerhut und Tollkirsche. Letztere ist besonders gefährlich. Schon zwei von den kleinen Beeren können im schlimmsten Fall bei Kindern tödlich sein. Bei Erwachsenen sind es dagegen zwischen 10 und 20 Beeren.

Aber nicht nur die Früchte einer Pflanze können das Gift enthalten. Bei der Gemeinen Eibe sind es neben den roten Beeren auch die Nadeln, die ernsthafte Vergiftungen auslösen können. Diese führen zu Herzrhythmusstörungen. Die gleichen Beschwerden löst der Fingerhut aus. Auf den Margen schlägt dagegen Goldregen, was zu starken Krämpfen führen kann. Bei einigen Gewächsen wie Riesen-Bärenklau oder beim Blauen Eisenhut genügt das bloße Anfassen. Beide verätzen die Haut.

Was ist im Notfall zu tun?

Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte man am besten gleich bei den Experten der Giftinformationszentren um Rat fragen. Sie sind rund um die Uhr erreichbar. Die Nummer - etwa vom Giftinformationszentrum Nord: (0551) 19240 - sollte jeder griffbereit haben. Wichtig ist vor allem: Ruhe bewahren. Auf keinen Fall sollte man dem Kind Milch geben, sie verschlimmert den Zustand. Auch nicht zu empfehlen: das Kind zum Erbrechen zwingen.

Eine Gefahr für Allergiker: Ambrosia

Die Pollen der Ambrosia können bis zu 100 Kilometer weit fliegen. Eine Pflanze wirft bis zu eine Milliarde Pollen aus. Schon ein paar davon reichen für eine heftige Heuschnupfenattacke aus. Das besonders Tückische ist, dass Ambrosia lange blüht. Deswegen ist es am besten, das Gewächs mit Handschuhen rechtzeitig vor der Blüte aus dem Boden reißen.

Generell gibt es aber keinen Grund zur Panik und mit entsprechender Vorsicht können durchaus Giftpflanzen den Garten schmücken. Experten raten jedoch, genau zu gucken, was wo wächst. Und Kinder müssen wissen: Die Natur kann giftig sein, sie sollten daher nichts allein probieren.

Diese Gartenpflanzen sind giftig

Links

BfR-App: Vergiftungsunfälle bei Kindern

Die App des Bundesinstituts für Risikobewertung informiert darüber, was bei einer Vergiftung zu tun ist. Außerdem kann direkt ein Giftinformationszentrum angerufen werden. extern

Informationen über Pflanzen

Eine ausführliche Liste giftiger Pflanzen von der Giftzentrale Bonn. extern

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 11.05.2017 | 16:20 Uhr

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